Klartext: Berliner Regierungsteam mit Überraschungen

Fulda aktuell-Redaktionsleiter Bertram Lenz zum neuen Bundeskabinett
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Fulda aktuell-Redaktionsleiter Bertram Lenz zum neuen Bundeskabinett

Sogar das Wetter spielte mit: Kühl war der Morgen des 8. Dezember, und als hanseatisch-kühl wird ja auch Olaf Scholz skizziert, der am Mittwoch von der Mehrheit des Deutschen Bundestages zum neuen Kanzler gewählt worden ist.

Dass dem 63-Jährigen mehrere Abgeordnete seiner neuen Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP die Stimme verweigerten – sei‘s drum. Bei einer solchen Wahl spielen immer auch persönliche Animositäten eine Rolle, und sei es aus dem Grunde, dass die- oder derjenige nicht für einen Ministerposten berücksichtigt worden ist.

Dabei war SPD-Mann Scholz bei der Bildung des Kabinetts durchaus für die eine oder andere Überraschung gut. Wäre jemand anderes als Karl Lauterbach von der SPD Bundesgesundheitsminister geworden – diese Entscheidung wäre schwer nachvollziehbar gewesen. Insofern ist der neue Kanzler „Volkes Stimme“ gefolgt, auch wenn es Lauterbach gut zu Gesicht stünde, seine Dauerpräsenz in Talkshows zumindest ein wenig einzuschränken. Der ausgewiesene Fachmann in Sachen Gesundheit muss nicht permanent als „Corona-Erklärer der Nation“ fungieren.

Unerwartet kam die Bestellung von Hessens SPD-Vorsitzender Nancy Faeser zur Bundesinnenministerin. Kaum jemand hatte die ausgewiesene Rechtsexpertin auf dem Schirm, der man zudem eine ganz andere Rolle zugetraut hätte: als Herausforderin von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in den Landtagswahlkampf zu ziehen. Nun wird es interessant, wer an ihrer Stelle diese Aufgabe übernehmen wird, denn so reich gesegnet an politischen Talenten sind Hessens Sozialdemokraten auch nicht unbedingt. Eine Möglichkeit wäre der bisherige Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg, der sich zwar das Direktmandat für den Bundestag gesichert hatte, dem einigermaßen überraschend aber keine Funktion in der neuen Regierungsmannschaft angeboten worden war.

Man darf gespannt sein, wie schnell es die neue Bundesregierung schafft, das Bleierne, das die letzten Jahre der Großen Koalition unter Angela Merkel (CDU) geprägt hatte, vergessen zu machen. Dazu gehört in erster Linie das Überwinden der Corona-Pandemie und das Gelingen, die Menschen auch auf steinigen Wegen mitzunehmen.

Und man darf gespannt sein, wie das Ausland auf die neue Außenministerin Annalena Baerbock von den Grünen reagiert. Deren mitunter oberlehrerhaftes Gehabe ist ebenso fehl am Platze wie die Attitüde, wonach „am deutschen Wesen die Welt genesen“ solle. Das hat vor Kurzem Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) recht gut auf den Punkt gebracht. Der muss es wissen, gab es damals doch auch einen Grünen als Außenminister. Und der hieß Joschka Fischer

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