Klartext: We shall overcome!

Bertram Lenz Fulda aktuell
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Bertram Lenz

Bertram Lenz und seine Gedanken zum alten und neuen Jahr.

Nun ist also auch dieses – im besten Wortsinne – „Seuchenjahr“ bald Vergangenheit. Wohl niemand von uns hätte sich vor zwölf Monaten träumen lassen, dass „Corona“ einmal zum geflügelten Begriff werden würde und zu einer tödlichen Gefahr für jeden Einzelnen. Und dass es die Macht besitzen würde, Existenzen zu vernichten und unsere Gesellschaft weiter zu spalten. In Gesunde und Kranke, Arme und Reiche, Mahner und Querdenker, Impfbefürworter und Impfgegner. Fakt ist, dass die Pandemie unsere Welt auf eine Weise verändert hat, wie wir es zu Jahresbeginn nicht für möglich gehalten hätten.

Das freilich gilt auch für eine Frau, bei der man vor der Krise den Eindruck gewinnen konnte, sie sehne das Ende ihrer politischen Karriere herbei, sei amtsmüde geworden und auch ein großer Teil des Volkes sei ihrer zunehmend überdrüssig: Bundeskanzlerin Angela Merkel. Und heute? Gibt es nicht wenige Menschen, und dazu zähle auch ich mich, die heilfroh sind, dass Merkel (noch) an der Spitze der Bundesregierung steht.

Hinter ihr rangeln drei Herren um die Macht zunächst einmal in der CDU, um anschließend vielleicht in die Bewerbung ums Kanzleramt einzusteigen. Doch, Hand aufs Herz, halten Sie Friedrich Merz, Armin Laschet und Norbert Röttgen für fähig, in Merkels Fußstapfen zu treten? Zum Glück, muss man sagen, hat sich Annegret Kramp-Karrenbauer früh aus diesem Karriererennen verabschiedet. Die Noch-Vorsitzende hat ihrer CDU einen Scherbenhaufen hinterlassen und ist weitestgehend abgetaucht.

Freilich bleibt abzuwarten, wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die kommenden Wochen und Monate übersteht, der während der ersten Welle im Frühjahr quasi als Notfallmanager einen tollen Job gemacht und sich als Macher präsentiert hat, dann aber ins Straucheln geriet. Und es bleibt abzuwarten, ob Gesundheitsminister Jens Spahn weiter still hält...

Neben diesen Politprofis, die in der Öffentlichkeit stehen, aber gibt es die zahllosen Frauen und Männer, die am Limit schuften, weil sie vielleicht in einem medizinischen oder in einem Pflegeberuf tätig sind. Oder jene, die sich zusammengetan haben, um anderen Menschen zu helfen. Auch in unserer Region gibt es gottlob solche Beispiele, die zeigen, dass auch in Krisenzeiten die Mit-Menschlichkeit und das Füreinander-Dasein noch eine Chance haben.

Und da mir aus irgendeinem Grunde seit Kurzem das Lied „We shall overcome!“ (in der Version von Joan Baez) nicht mehr aus dem Kopf geht, sei es Ihnen zum Ende hin ans Herz gelegt: „Wir werden es überwinden!“ Das Virus nämlich.

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