Klartext: Der beste Freund des Menschen?

Redakteur Christopher Göbel und seine Gedanken über Hunde, die Menschen töten.

Listenhund, Kampfhund – auch wenn die Besitzer solcher Tiere diese Bezeichnungen nicht gerne hören, schrillen bei vielen anderen bereits die Alarmglocken. Es sind nicht viele – drei bis vier Menschen pro Jahr – die durch Hundebisse sterben. Aber jeder davon ist einer zuviel. In Bad König starb ein Säugling nach einem Hundeangriff, in Hannover kürzlich zwei erwachsene Hundebesitzer.

Ich bin nicht unbedingt ein Freund von Hunden – egal welcher Rasse. Meine Familie hatte in meiner Kindheit immer Hunde, und mit denen hatte ich damals auch kein Problem. Es waren ein Cockerspaniel und ein Irischer Wolfshund. Ich habe mit beiden gespielt, auch wenn mir der Wolfshund anfänglich beinahe über den Kopf ragte. Ich war schrecklich traurig, als sie starben. Insofern kann ich nachvollziehen, welche Beziehung Herrchen und Frauchen zu einem Hund aufbauen können. Vielleicht mehr als beispielsweise zu einer Katze oder einem Wellensittich. Hunde sind oftmals ein Familienmitglied, sie gelten als „der beste Freund des Menschen“. Mir ist aber wichtig, dass vor allem den Besitzern von sogenannten Kampfhunden klar ist, dass diese Tiere Instinkte haben und auf gewisse Reize reagieren – im schlimmsten Falle mit Angriff.

Meine Tochter hätte ich als Baby niemals mit einem Hund alleingelassen, nichtmal mit einem Chihuahua. Was auch immer sich die Halter einreden – in das Gehirn des Hundes kann sich niemand hineinversetzen. Alle Hunde können beißen – auch wenn es nicht alle tun. Die Verantwortung für das Verhalten eines Kampfhundes sehe ich vor allem bei den Haltern.

Es kommt auf die Erziehung an

Es ist ein bisschen so wie bei Kindern. Wenn man sich das Verhalten mancher Kinder anschaut, dann kann man sich denken, wie es dort zuhause zugeht. Und ich denke, dass es bei Hunden genauso ist. Wenn das Tier im wahrsten Sinne des Wortes wie Vieh behandelt, schlimmstenfalls geschlagen und gedemütigt wird, dann dürfte ein Ausbruch von Aggressivität früher oder später die Folge sein. Statt einer Wesensprüfung des Hundes wäre bei den Besitzern der Listenhunde viel eher eine Prüfung des Hundehalters angesagt. In Hannover seien die nun totgebissenen Halter den Behörden bereits bekannt gewesen. 

Warum sie den Staffordshire-Terrier dennoch behalten durften, konnte niemand erklären. Es schockiert mich immer wieder, wenn „den Behörden“ etwas bekannt war, aber nichts unternommen wurde. Danach herrscht dann Ratlosigkeit und es wird nach demjenigen gesucht, der nichts unternommen hat. Dabei ist in solchen Fällen oder auch in Fällen von Kindesmisshandlung schon das ein oder andere Bauernopfer gefallen. Es ist sicherlich schwierig abzuwägen, wann ein Hund dem Halter weggenommen werden muss. Jedoch nach einem schlimmen Vorfall zu spekulieren, wer es versäumt hat, Maßnahmen zu ergreifen, ist müßig. Rückgängig zu machen ist das Geschehene nicht.

Naivität von Tierschützern

Wenn sich aber Tierschützer nun hinstellen und behaupten, dass der besagte Staffordshire-Terrier „in einem liebevollen Zuhause“ zu einem liebevollen Hund werden könnte, dann stellen sich meine Haare zu Berge. Solch eine Naivität halte ich für äußerst gefährlich. Würden Sie sich mit einem Hund im Hause wohlfühlen, von dem Sie wissen, dass er Menschen getötet hat?

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