Klartext: Wer bitte is(s)t ...?

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Christopher Göbel zur gerade wieder gestarteten RTL-Sendung "Ich hin ein Star, holt mich hier raus".

Und wieder geht es los: Das alljährliche "Dschungelcamp" des Privatsenders "RTL". Konnte man in früheren Jahren dort noch "echte" Stars bei ekelhaften Prozeduren "bewundern", so ist es heute die F-Riege der Berühmtheiten der bundesdeutschen TV-Landschaft. Wer sich alltäglich den Horror an Doku-Soaps, Star-Magazinen und Celebritiy-News zu Gemüte führt, wird vielleicht den ein oder anderen kennen.

Mir sagen die meisten Namen ehrlich gesagt nichts. Michael Wendler – okay, habe ich schonmal von gehört. Mola Adebisi – an den erinnere ich mich aus früheren "Viva"-Zeiten auch noch. Aber wer sind Melanie Müller, Julian Stöckel, Gabby Rinne und Larissa Marolt?

Gut – da ich für diesen Kommentar recherchiert habe, fand ich heraus, dass die eine grade nackig im "Playboy" posiert, die andere härtere Filmchen gedreht hat, einer mit bunten Schuhen durch die gegend läuft und die letzte der Liste einmal Kandidatin bei "Germany’s next Topmodel" war. Komischerweise ist sie Österreicherin, wie ihr Akzent unweigerlich verrät.

Ich frage mich, warum sich ein altgedienter Recke des deutschen Films wie Winfried Glatzeder auf dieses Projekt einlässt. Das habe ich schon damals bei Mathieu Carrière nicht verstanden. Aber vielleicht nimmt man, wenn der Ruhm verblasst, jede Chance wahr, Geld zu verdienen.

Auch wenn seit gestern Abend die Dschungelshow wieder Millionen vor die Fernseher zieht, werde ich mir das nicht antun. Ekel-Essen, Zicken-Zoff und Busen-Blitzer können mir gestohlen bleiben. In den "Nachrichten"-Sendungen und Magazinen von "RTL" werde ich ohnehin – ob ich das möchte oder nicht – täglich mit den neuesten News der Camper aus dem australischen Busch berieselt.

Wem es gefällt, sich beim eigenen Abendessen die "Promis" bei Schlammschlacht und Tierhoden-Menü anzutun, dem wünsche ich dennoch viel Spaß dabei. Was heutzutage im Fernsehen läuft, ist teilweise sogar noch gruseliger als die Sendung, die einen Titel hat, der über meinen Horizont hinauszugehen scheint: "Ich bin ein Star – holt mich hier raus". Aber eigentlich wird doch nur der "Dschungelkönig" oder "-königin", der als letzter in der Publikumsgunst drin bleibt. Oder verliert derjenige gleich, der diesen Satz ruft? Ich weiß es leider nicht ...

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