Klartext: "Blitz-Marathon"

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Der Polizei gingen bei den länderübergreifenden Geschwindigkeitsmessungen etliche Raser ins Netz.

Unsere Redakteurin Jennifer Sippel hat sich mit dem bundesweiten "Blitz-Marathon" beschäftigt.

Ach, was es gestern doch ein Abenteuer. Zumindest für alle, die mit Lkw, Autos oder Motorrädern unterwegs waren. Grund dafür war der zweite bundesweite "Blitz-Marathon". Eine Aktion, die ich vollkommen schwachsinnig finde. Auch ich war gestern mit dem Auto unterwegs – mit 70 Stundenkilometern auf der Landstraße (dort, wo eigentlich 100 erlaubt sind), mit 40 durch den Ort und mit 120 über die Autobahn, wo keine Geschwindigkeitsbegrenzung ist. Um bloß nicht geblitzt zu werden, fuhren alle ganz besonders langsam. Ein Albtraum. Am Freitag wurde dann natürlich wieder genauso gerast, wie an allen anderen Tagen auch. Schließlich war der "Spuk" da schon wieder vorbei.

Ich frage mich deshalb wirklich, wieso es diesen "Blitz-Marathon" gibt. Was bringt es denn, öffentlich anzukündigen, – und zwar auf allen nur denkbaren Kanälen – dass sich Polizei und Ordungsamt 24 Stunden lang an verschiedenen Stellen, die selbstverständlich auch bekannt gegeben wurden, positionieren, um Raser zu blitzen, um sie daraufhin anzuhalten und "ins Gebet zu nehmen"? In diesen 24 Stunden wird kaum ein Raser, der sonst mit 70 durch Ortschaften heizt oder 140 in 80er-Zonen fährt, erwischt. Schließlich sind alle Raser zuvor eindringlich gewarnt worden. Jetzt beim "Blitz-Marathon" war es extrem, aber auch wenn "ganz normal" geblitzt wird, werden Verkehrsteilnehmer gewarnt. Da ist die Blitzanlage nicht mal richtig aufgebaut,  schon werden Freunde auf "Facebook" oder durch "Whatsapp"-Gruppen informiert. Außerdem warnen ja auch viele Radiosender vor den "Flitzer-Blitzern".

Wenn ich könnte, würde ich das ja alles wieder verbieten.  Denn nur, wenn Raser nicht damit rechnen, dass sie geblitzt werden könnten, gehen vielleicht mal ein paar mehr ins Netz. Und dann tut es denen eventuell auch auch mal weh, weil sie tief in die Tasche greifen oder sogar den Führerschein abgeben müssen.Blitzen ist ein guter Weg, um Unfälle zu vermeiden, da Rasen einer der Hauptgründe dafür ist. Doch solch riesig angekündigte Aktionen wie der "Blitz-Marathon" bringen nur einen Tag etwas (zu viel) Ruhe auf Deutschlands Straßen – schon kurz danach geht die Raserei weiter.

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