Klartext: Es darf nicht sein

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Redakteur Christopher Göbel über das Fehlverhalten von so genannten Sicherheitsleuten in mehreren Flüchtlings-Unterkünften.

Es ist beschämend für unser Land, dass Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen, in unserem ach so zivilisierten Land von – pardon – bescheuerten Sicherheitskräften gedemütigt und unterdrückt werden. Es ist beschämend, dass es hierzulande Menschen gibt, die so etwas tun. Die Bilder, die jetzt aus Flüchtlingsunterkünften wie der in Burbach in die Öffentlichkeit gelangten, sind schockierend. Dabei ist es egal, ob es sich um fremdenfeindliche Intension der Täter handelt. Dass diese so etwas überhaupt getan haben, ist unmenschlich.

Ist doch mehr an dem Roman "Das Experiment Black Box" von Mario Giordano dran und ist es auch heute noch möglich, dass sich Menschen, die sich anderen "überlegen" fühlen, diejenigen automatisch unterdrücken, die schwächer sind? In Giordanos Roman geht es darum, dass eine Gruppe in "Mächtige" und in "Unterwürfige" geteilt wird. Das Experiment zeigt, dass sich die "Mächtigen" – in diesem Fall die Gefängniswärter – sehr schnell zusammengehörig fühlen und die "Gefangenen" unterdrücken. Genau das taten diese "Sicherheitsleute", die sich stärker und mächtiger fühlten als die Flüchtlinge, die alles hinter sich ließen und mit nicht viel mehr als den Klamotten auf dem Leib vor Krieg und Gewalt in ihrer Heimat flohen.

Was mögen diese armen Menschen denken, wenn ihnen hier, in dem Land, in dem sie Zuflucht suchten, ähnliches passiert? Welchen Eindruck bekommen sie von unserem Land, in dem wir uns alle für zivilisiert halten? Ich mag es mir gar nicht ausmalen...

Natürlich sind Sicherheitsdienste wichtig. Und es mag vielleicht nicht der Traumjob von Jedermann sein. Aber diejenigen, die Sicherheitsfirmen betreiben, müssen einfach darauf achten, wen sie einstellen. Es darf nicht sein, dass Schläger und Kleinkriminelle, die anderswo keine Chance haben, in einem beruflichen Feld tätig sind, in dem sie ihre Neigungen auch noch (oftmals leider ungestraft) ausleben können. Besonders schockiert bin ich von den Folter-Fotos und -videos der Täter, die mich an Gefängnisse wie "Guantanamo" oder "Abu Ghraib" erinnern. So etwas darf nicht wieder passieren – niemals!

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