Klartext: Digitale Wahl

Fulda aktuell Redakteur Christopher Göbel zum Thema Kommunalwahlen

Wie wir in unserer vergangenen Ausgabe berichteten, stehen in diesem Jahr einige Wahlen auf dem Plan. Bei den Bürgermeistern in den Gemeinden dürfte der Wahlkampf recht unspektakulär ausfallen, denn in Nüsttal, Dipperz, Gersfeld und Künzell stellen sich nur die jeweiligen Amtsinhaber zur Wahl.

Anders sieht es in Fulda aus, wo Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) mit Jonathan Wulff einen Herausforderer von der SPD hat. Wie werden die beiden Lokalpolitiker um die Gunst der Wählerinnen und Wähler kämpfen? Und wie machen es die Parteien, wenn die heiße Phase des Kommunalwahlkampfes startet? Erste Auswirkungen sehe ich schon in den sozialen Medien wie „Facebook“ oder „Instagram“. Denn nun, da alle Wahlvorschläge eingereicht, genehmigt und alle Kandidatenlisten gefüllt sind, beginnen die ersten Parteien, ihre Kandidaten dort zu präsentieren. Auf den Listen habe ich Menschen gefunden, von denen ich bis dato gar nicht gedacht hatte, dass sie sich politisch engagieren. Einige sind auf hinteren Listenplätzen, aber da bei der Kommunalwahl kumuliert und panaschiert wird, kann ein beliebter (oder bekannter) Kandidat schnell von Listenplatz 32 in die Top-Ten gewählt werden. Dass der Wahlkampf vorwiegend digital ablaufen wird (und muss) ist in der Corona-Pandemie unausweichlich.

Denn Werbung an Ständen in der Innenstadt dürfte – sollte der Lockdown noch mehrfach verlängert werden – aussichtslos sein. Zum einen, weil keine Menschen vorbeikommen und zum anderen, weil durch Gespräche mit fremden Menschen die Kontakteinschränkungen ad absurdum geführt werden würden. Was bei Wahlstände rund um Supermärkte und Drogerien ebenfalls zuträfe. Wahlkampfveranstaltungen sind auch tabu. Es bleibt also nur der digitale Weg. Und natürlich Werbung per Zeitungsanzeigen oder Beilagen. Da immer mehr Menschen nicht zuletzt durch Corona das Internet nutzen, ist es eine gute Möglichkeit für die Parteien, sich und ihre Kandidaten dort umfassend zu präsentieren. Und auch die Wahlen selbst könnten größtenteils auf eine Briefwahl hinauslaufen. Das, weil Kumulieren und Panaschieren am heimischen Tisch und ohne Zeitdruck leichter zu bewältigen ist als in der Wahlkabine, und weil wir alle wegen der Pandemie am besten zuhause bleiben sollten.

Ich bin gespannt, wie wirklich Wahlwerbung gemacht wird und wie wir erfahren, was die kommunalen Parteien für die kommenden sechs Jahre auf ihre Fahnen schreiben. Ich werde mir die digitalen Wahlplakate der Parteien anschauen und per Brief wählen. Eigentlich schade, dass es in unserem Land noch keine Möglichkeit der Online-Stimmabgabe gibt. Dann wäre das Wählen noch einfacher und die Wahlbeteiligung eventuell höher. Voraussetzung wäre natürlich ein absolut fälschungssicheres Procedere, das stabil funktionieren müsste und keine Chance für Wahlmanipulation ließe. Doch so weit sind wir noch (lange) nicht.

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