Klartext: Distanz muss sein

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Ein Kommentar über das Lehrer-Schüler-Kontaktverbot oder auch "Antibefreundungsgesetz" bei "Facebook".

Nach Bayern und Schleswig-Holstein haben nun auch die rheinland-pfälzischen Lehrerinnen und Lehrer die Ansage bekommen, nicht mehr mit ihren Schülerinnen und Schülern auf dem sozialen Netzwerk "Facebook" befreundet sein zu dürfen. Es sei pädagogisch nicht wertvoll, entspräche nicht dem Bildungs- und Erziehungsauftrag. Das ist ja an sich richtig. Doch wer kontrolliert, ob nicht "Lehrer Müller" doch auf "Facebook" mit seiner Schülerin "Flotte Biene" "befreundet" ist?

Lehrkräfte sollten eigentlich darauf achten, dass sie keinen zu engen Kontakt mit ihren Schülern – also Schutzbefohlenen – außerhalb des Unterrichts haben. Allzu schnell könnten sich Verdachtsmomente einstellen, welche die Karriere einer Lehrkraft schnell beenden können. Immer wieder kommen Geschichten ans Licht, die man eigentlich kaum glauben möchte. So wie die von der 36-jährigen Lehrerin in Polen, die kürzlich ein Kind bekam – von ihrem 14 Jahre alten Schüler.

Natürlich muss der "Kontakt" außerhalb der Schulmauern nicht so dramatisch enden. Doch eine gewisse Distanz sollte herrschen. Als Angestellter möchte ich auch nicht, dass meine Chefs allzu viel Privates von mir erfahren – wenn ich dies bei einem sozialen Netzwerk veröffentlichen würde.

Kinder und Jugendliche sind oft aber nicht soweit "aufgeklärt", dass sie die möglichen Spätfolgen der Veröffentlichung von Teenie-Liebesgeflüster, Party-Pics oder Einschätzungen zum Weltgeschehen realistisch einschätzen können.

In der Zeit der digitalen Vernetzung gibt es wahrlich andere, weniger offenherzige – ja, weniger exhibitionistische – Möglichkeiten, um auf elektronischem Wege in Kontakt zu bleiben. Ein E-Mail-Verteiler mit ganzen Klassen, um schnell Informationen auszutauschen, ist nur eine der Möglichkeiten. Dass soziale Online-Netzwerke nicht nur zum Mobbing unter Schülern, sondern auch zum "Fertigmachen" von Lehrkräften genutzt werden können, sollten Lehrer ebenfalls bedenken. Und im Notfall ein zweites Profil für den "dienstlichen Zweck" erstellen.

Doch wird niemand – vor allem nicht "Facebook" selbst – die strikte Trennung von Berufs- und Privatleben kontrollieren oder sanktionieren. Wie immer im weltweiten Web muss also unsere eigene Vernunft dafür sorgen, dass wir keine Fehler begehen.

(Artikelfoto: Alexaner Klaus / pixelio.de)

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