Klartext: Dunkles Geheimnis

"Döner-Morde" – dieser Begriff bestimmt seit einiger Zeit die Schlagzeilen der Medien.  Dabei ist er eigentlich ungeheuerlich und deute

"Döner-Morde" – dieser Begriff bestimmt seit einiger Zeit die Schlagzeilen der Medien.  Dabei ist er eigentlich ungeheuerlich und deutet auf eine Vorverurteilung der Gewalttaten hin, zumal auch die Sonderkommission der Kripo "Bosporus" hieß. Für die Justiz war also von vorneherein klar, dass es sich um Verbrechen unter Türken handeln müsse, dass sich da Verbrecher vom Bospurus untereinander bekriegen.

Dass auch ein Mann griechischer und eine Polizistin deutscher Herkunft ermordet wurden, zählte anscheinend wenig. Bereits im Jahr 2005 war  einigen Ermittlern klar, dass es sich doch um fremdenfeinliche Taten gehandelt haben könnte. Aber die Ermittler tappten weiterhin im Dunkeln. Auch knapp 100 "V-Leute" des Verfassungsschutzes schienen keine Ahnung davon zu haben, dass die Nazi-Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe im ganzen Land jahrelang mordeten, Banken überfielen und weitere Kapitalverbrechen begingen. Wie kam es zu den zahlreichen Ermittlungspannen, die die Bundesregierung nun wieder einmel "lückenlos aufklären" will - und muss? Was die Rolle der so genannten Verfassungsschützer angeht, liegt sicherlich noch vieles im Dunkeln und im Argen.

Dass tausende Euro – und vorher D-Mark – über die V-Leute   des Verfassungsschutzes an Nazi-Organisationen gingen, ist klar. Damit hat der Staat über Umwege den rechten Terror mitfinanziert. Und so etwas darf nicht sein, Unterwanderung durch den Staat hin oder her. Sind sogar einige der Morde, die die Nation seit mehr als einem Jahrzehnt beschäftigen, im Beisein von V-Leuten begangen worden?

Sehr zwielichtig ist auch die Rolle des Helmut Roewer, im Jahr 2000 Chef des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz. Dessen Karriere durchziehen mehrere Skandale. Er veröffentlicht seine Werke in einem österreichischen Verlag, der rechtsextreme Publikationen vertreibt. Hätte statt Roewer eine qualifizierte und ideologisch unbelastete Person auf dem Chefsessel gesessen, hätten dann einige der Morde verhindert werden können? Roewer war auf dem rechten Auge blind – was mehrere Menschen das Leben kostete.

Was wäre eigentlich gewesen, wenn sich Zschäpe nicht freiwillig gestellt hätte? Ein endloses Horrorszenario von rechtsradikalem Hass  mag ich mir in meinen schlimmsten Alpträuem nicht ausmalen. Der rechte Terror muss beendet werden – und das wird allein mit einem Verbot der NPD nicht funktionieren. Denn das menschenverachtende Gedankengut lebt leider auch dann weiter.

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Fünf Verkehrsverstöße bei 259 Kontrollen in Osthessen
Fulda

Fünf Verkehrsverstöße bei 259 Kontrollen in Osthessen

Die Teilnahme am Straßenverkehr unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen ist eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle mit schwerwiegenden Folgen.
Fünf Verkehrsverstöße bei 259 Kontrollen in Osthessen
Ein Zufall führte die Familie Aldwedi aus Syrien wieder zusammen
Fulda

Ein Zufall führte die Familie Aldwedi aus Syrien wieder zusammen

Die Familie Aldwedi ist 2013 aus ihrer Heimat geflohen. Ein Zufall führte die Familie in Deutschland wieder zusammen.
Ein Zufall führte die Familie Aldwedi aus Syrien wieder zusammen
Bedeutendes Amt für den Direktor der HNO-Klinik am Klinikum Fulda
Fulda

Bedeutendes Amt für den Direktor der HNO-Klinik am Klinikum Fulda

Prof. Dr. Konrad Schwager, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten, Kopf-, Hals- und Plastische Gesichts-chirurgie, Kommunikationsstörungen   (Hör-, Stimm- …
Bedeutendes Amt für den Direktor der HNO-Klinik am Klinikum Fulda
Beste Versorgung für Frühgeborene
Fulda

Beste Versorgung für Frühgeborene

„Perinatalzentrum“ des „Klinikums Fulda“ ist bundesweit an der Spitze.
Beste Versorgung für Frühgeborene

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.