Klartext: Ende gut, alles gut - Drei vermisste Mädchen in Niederaula

Der Fall der drei vermissten Mädchen in Niederaula war ein tragisches Ereignis mit einem guten Ende. Redakteurin Antonia Schmidt fordert bessere Bezahlung und mehr Erzieher für die Kindergärten.

Was muss das für ein Gefühl sein, wenn plötzlich drei kleine Mädchen verschwunden sind, für die man Sorge tragen soll? Ich kann mir kaum vorstellen wie schrecklich es den beiden Erzieherinnen geht, die am Montagmorgen bei einem Waldprojekttag mit 23 Kindern unterwegs waren und drei vierjährige Mädchen plötzlich verschwunden waren. Auch was in den drei Mädchen Marlene, Benita und Amelia vorgegangen sein muss, die sechs Stunden durch den Wald geirrt sind, ist für mich nur schwer vorstellbar. Ende gut, alles gut, nach rund sechs Stunden wurden sie fünf Kilometer von dem besuchten Waldspielplatz von einem Förster gefunden – zum Glück unverletzt. Offenbar hatten sich die Mädchen verlaufen. Niemanden ist dabei etwas vorzuwerfen der Kindergarten hatte den Betreuungsschlüssel in Hessen eingehalten. Zwei Erzieherinnen, die auf 23 Kinder aufpassen, ist in Hessen erlaubt. Doch eine Konsequenz gibt es: Die Kindergartenleiterin hat laut Medienberichten angekündigt, die Waldprojekttage erstmal entfallen zu lassen. Das empfinde ich als sehr schade, ist es doch für die Kinder ein schönes Erlebnis die Natur zu erkunden.

Wer mal mit einer Gruppe Kinder unterwegs war, weiß, wie schnell man mal ein Kind aus den Augen verliert. Ich selbst habe jahrelang als Babysitter gearbeitet und auch bei Kindergeburtstagen geholfen, ebenso bin ich im Rahmen meines Freiwilligen Sozialen Jahres in Schulen eingesetzt worden. Bei diesen vielen Kindern verliert man schnell mal den Überblick. Die Erzieher in Deutschland leisten wirklich keine einfache Arbeit. Sie tragen täglich die Verantwortung für unser höchstes Gut, unsere Kinder. Unvorstellbar ist für mich, wie zwei Personen die Aufsicht für 23 Kinder bewältigen sollen, wenn keine räumliche Begrenzung Kinder davon abhalten kann, vom Weg abzukommen. Meiner Meinung nach sollte die Kinderbetreuung in Deutschland mehr gewürdigt werden. Jetzt wäre es an der Zeit, dass Kommunen, Kirchen und private Kindertagesstättenbetreiber die Erzieher besser entlohnen. Mehr Personal und mehr Geld für diejenigen, die die meiste Zeit mit unseren Kindern verbringen. Die tagtäglich unsere Kinder fördern, Rotznasen putzen, Sandburgen bauen und immer ein offenes Ohr für die kleinen und großen Probleme des Nachwuchses haben. Ich hoffe, dass sich alle Beteiligten des vergangenen Montags von diesem Schock erholen und das es den Waldtag bald wieder geben wird. Vielleicht gibt es auch einige Freiwillige, beispielsweise Eltern, die diese Tage zusätzlich zu den gesetzlich vorgeschriebenen Betreuungspersonen begleiten möchten.

 Mehr zum Thema: Große Suchaktion nach drei vermissten Mädchen bei Niederaula

                            Vermisste Mädchen sind wieder da!

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