Klartext: Fleisches Lust

Fulda aktuell-Redakteurin Antonia Schmidt ist für eine höhere Besteuerung von Fleischprodukten.

Ich liebe gutes Essen. Für mich steht bei der Nahrungsaufnahme nicht nur die Befriedigung eines Urtriebs im Vordergrund, sondern der Genuss. An vielen Tagen der Woche landen vegetarische Gerichte auf meinem Teller. Salat und Gemüse sind für mich an heißen Sommertagen die perfekte Mahlzeit. Aber und das hören vielleicht nicht alle Leser gerne, liebe ich auch ein gutes Stück Fleisch. Für manche Menschen beißt sich dieser Lebensstil, bin ich doch ein bekennender Tierschützer und könnte wahrscheinlich nie selbst ein Tier töten. Dennoch bin ich großer Fan von Steaks und anderer guter Fleischware. Interessant finde ich die Idee einer Besteuerung auf Fleischwaren. Warum zahlt man beispielsweise sieben Prozent auf Fleisch, aber für Hafermilch 19 Prozent Steuern? Ich beobachte immer wieder Menschen, deren Lebenscredo scheinbar lautet: „Kostet es nichts. Ist es auch nichts wert!“

Wenn man die vielen All-you-can-eat-Angebote und deren Nutzer, mich definitiv nicht ausgeschlossen, sieht, muss ich doch manches Mal mit dem Kopf schütteln: Da gibt es Menschen, die Berge auf ihren Teller errichten, dann probieren, merken, dass es ihnen nicht schmeckt und es von den Kellern abräumen lassen ­– kostet ja nichts. Häufig passiert dieser Vorgang auch mit Fleischwaren. Abgesehen von der allgemeinen Lebensmittelverschwendung und dem unachtsamen Umgang mit den Produkten, die uns nähren, finde ich es eine Sauerei so mit Waren umzugehen, für die ein anderes Lebewesen gestorben ist. Ebenfalls gut finde ich, dass die Steuer für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Nutztiere eingesetzt werden soll. Nur dann macht auch eine „Fleischsteuer“ Sinn. Die Zweckgebundenheit und die vielleicht daraus entstehende Aufklärung über richtige und gute Haltungsbedingungen von Nutztieren könnte das Bewusstsein des Verbrauchers für „besseren“ Fleischgenuss wecken. Denn wenn es ans Geld geht, werden viele Menschen hellhörig, und vielleicht werden sich einige auch der Bedeutung ihres Steaks auf dem Teller bewusst. Ich liebe gutes Fleisch und auch ein Preisanstieg wird mich nicht an dem Verzehr hintern. Denn bereits jetzt genieße ich es lieber in guter Qualität anstatt in schlechter Quantität.

Rubriklistenbild: © Duangphung/pixabay

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