Klartext: Folge des Versagens

Klartext Bertram Lenz
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Klartext

Bertram Lenz und seine Gedanken zum Lockdown und Lockerungen

Und wieder werden an einem Tag – diesmal am 3. März – alle Augen gespannt nach Berlin blicken, wenn sich die Bundeskanzlerin zusammen mit den Ministerpräsidenten online zur nächsten Schaltkonferenz trifft, um den aktuellen Sachstand bezüglich Lockdown und Lockerungen zu beraten.

Dass der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier das Ohr recht gut am Puls des Volkes hat, wurde am Dienstag bei einer virtuellen Veranstaltung des CDU-Kreisverbandes Osthessen deutlich, als Bouffier mit den Worten „Die Leute sind gestresst und sie haben die Schnauze voll“ trefflich die aktuelle Situation skizzierte und eine mögliche Öffnungsstrategie präsentierte. Die er dann am Donnerstag gemeinsam mit Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir Grüne) weiter ausführte: Denn sollte sich das Geschehen weiter verbessern, sollen die Corona-Regeln in den kommenden Monaten in vier Schritten verantwortungsvoll gelockert werden.

Wobei man nicht vergessen darf, dass die Parteien im aktuellen) Kommunalwahlkampf stehen und es auch bis zur Bundestagswahl am 26. September nicht mehr allzu lange hin ist. Will sagen: Es erscheint angebracht, Punkte zu sammeln. Keinen Zweifel gibt es daran, dass vielen Einzelhändlern, Gastronomen, Hoteliers und Reise)-Veranstaltern – um nur einige Berufsgruppen zu nennen – das Wasser bis zum Halse steht. Die Geduld vieler ist jetzt aufgebraucht, was auch in einer Aktion am Samstagvormittag „Unterm Heilig Kreuz“ in Fulda zum Ausdruck kommen soll.

Dass sich die Atmosphäre verändert, liegt aber auch an den mitunter schwer nachvollziehbaren Ansagen aus Berlin. Die manchmal binnen 24 Stunden wieder einkassiert werden. So wie es beispielsweise mit der Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geschehen ist, ab 1. März werde es kostenlose Schnelltests für die gesamte Bevölkerung geben. Man möge mir den Ausdruck nachsehen, aber mitunter habe ich das Gefühl, als werde jeden Tag „eine neue Sau durchs Dorf getrieben“. Kaum einer weiß mehr so recht, was Sache ist.

Nehmen wir die ganze Debatte um das Impfen: Nun ist plötzlich die Rede davon, dass Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen sowie Erzieher in Kitas von der dritten in die zweite Gruppe der Impf-Reihenfolge vorrücken. Ich bin gespannt, wie lange dies Tatsache bleibt, bis wieder ein neuer Plan auf dem Tisch liegt und diskutiert wird. Oder betrachten wir das am Donnerstag vom „Robert Koch Institut“ RKI) vorgelegte Papier „ControlCovid“, das Politikern als Orientierungshilfe dafür dienen soll, wann die Corona-Maßnahmen verschärft oder gelockert werden können. Wieder neue Basisdaten.

Die Zahl derjenigen, denen eine klare Linie fehlt, wird weiter zunehmen. Der Bürger fühlt sich im Virus-Dschungel allein gelassen, hilflos und verunsichert. Und wendet sich denen zu, die Abhilfe und Unterstützung versprechen. Was sich freilich auch sehr schnell als fauler Zauber entpuppen könnte.

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