Klartext: Fragen über Fragen

Klartext zur aktuellen Corona-Situation.
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Klartext zur aktuellen Corona-Situation.

Christopher Göbel und seine Gedanken um die Lockdown-Lockerungen und die Verlängerung für viele Menschen.

Nun, da ist er vorbei, der nächste Coronagipfel von Bund und Ländern. Was dabei herausgekommen ist, dürfte für viele von uns nicht wirklich überraschend sein: Eigentlich bleibt alles, wie es ist. Wenn es besser wird, dann wird es besser, und wenn die Inzidenzen steigen, wird es wieder schlimmer. „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist...“ fällt mir dazu nur ein.

Ich sehe ein, dass die Regeln und die Lockdowns nötig sind und waren, aber statt endlich einmal Tacheles zu reden und ganz klar zu sagen, was wer wie und wann wieder tun darf oder lassen muss, würde uns nicht alle 14 Tage in eine erneute Situation der Unsicherheit stürzen.

Was darf ich eigentlich wann tun? Mit wem und wie vielen Menschen darf ich mich treffen? Wann werde ich wo getestet? Kostet das etwas? Was passiert eigentlich, wenn mein Home-Schnelltest positiv ist? Wann darf mein Hausarzt wen impfen?

Wir Deutschen leben nun über ein Jahr mit immer wieder wechselnden Regeln und Vorschriften, die von relativer Freiheit im vergangenen Sommer bis zu Ausgangssperren in den Nächten reichten. Und vielen reicht es langsam, denn unsere Regierung hat keinen Plan, der wirklich durchdacht zu sein scheint. Mal sind medizinische Experten bei den Beratungen dabei, mal Vertreter der Wirtschaft. Was bedeutet, dass die Interessen der Teilnehmenden sicherlich diametral voneinander abweichen.

Ich möchte ehrlich gesagt nicht in der Haut von Merkel, Bouffier, Spahn oder den anderen Politikern stecken. Sie müssen die verschiedenen Interessen abwägen und wir haben sie gewählt, damit sie Entscheidungen treffen. Was aber gerade passiert, ist ein Wust an Regeln, die gelten oder auch zurückgenommen werden können: „Falls das passiert, dann gilt das“.

Am Ende weiß dann überhaupt keiner mehr, was er als Ladeninhaber, einfacher Bürger oder Restaurantbetreiber tun darf – oder eben nicht. Was auch immer beschlossen worden ist, müsste ja auch zeitnah kontrolliert werden. Dass derzeit die Regelung gilt, dass sich ein Haushalt mit maximal einer Person eines anderen Haushalts treffen darf, wird mir bei jedem meiner seltenen Besuche in der Innenstadt vor Augen geführt: Daran hält sich kaum jemand. Auch die Maskengebote in den Fußgängerzonen interessieren kaum jemanden.

Welche Corona-Maßnahmen auch immer beschlossen werden, sollten von uns allen eingehalten werden. Auch , wenn es unangenehm ist und uns allen langsam aber sicher auf den Geist geht. Dass wir in unserem Land keine Zustände wie vergangenes Jahr beispielsweise in Italien und Brasilien erleben mussten, ist sicherlich auf das Handeln der Politik zurückzuführen. Und wir müssen darauf achten, dass es auch so bleibt. Und dafür ist jeder selbst verantwortlich.

Ich freue mich, dass der Einzelhandel und andere Branchen vorsichtig wieder für uns dasein dürfen, aber Hotellerie, Gastronomie und Reisenbranche müssen weiter bangen und hoffen. Dass darüber erst am 22. März gesprochen werden soll, ist faktisch ein Verbot aller Urlaubsreisen in den Osterferien, die nach jetzigem Stand bereits am 5. April beginnen.

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