Klartext: Ich geb' Saures!

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Unsere Redakteurin Jennifer Sippel beschreibt ihre Meinung zum Halloween-Spektakel.

Eins vorweg: Ich bin keine generelle Spaßbremse. Aber ein Faschingsmuffel. Und für Faschingsmuffel hat bereits am 31. Oktober die Zeit des Grauens begonnen. Doch während ich mich von den Fastnacht-Sitzungen noch aktiv fernhalten kann, ist ein Herumkommen um Halloween kaum möglich - denn die kleinen Monster kommen direkt vor die Haustür. Wenn Sie mich fragen, finde ich es nicht sehr amüsant, wenn es zum zehnten Mal an der Haustür Sturm läutet und der schrille Schlachtruf "Süßes oder Saures!" ertönt. Wenn in der Nachbarschaft faule Eier an die Fensterscheiben klatschen oder der Briefkasten mit einem Böller in die Luft gesprengt wird. Halloween, das Fest der Untoten und Dämonen, ist ein beliebter Anlass, Schabernack in Vandalismus ausarten zu lassen. Ein höllisch aufgeheizter Vorkarnevalsspuk, bei dem so mancher Jugendlicher mal so richtig auf den Putz haut.Als Kind bin auch ich am 10. November von Haustür zu Haustür gezogen. Und zwar bei "Matten Matten Mären". Ähnlich wie beim katholischen Martinssingen gehen Kinder dabei in kleinen Gruppen von Tür zu Tür und singen ein Lied oder sagen ein Gedicht auf. Dafür haben wir Nüsse, Mandarinen, ein paar Süßigkeiten oder ein bisschen Geld bekommen. Ein typischer "Brauch" aus der Region Hannover. Wir haben also etwas – wie ich finde – Nettes getan, indem wir gesungen oder Gedichte vorgetragen haben und haben dafür quasi eine "Belohnung" erhalten. Und den Menschen nicht einfach ein "Süßes oder Saures" ins Gesicht geplärrt.Ich bin großer USA-Fan – habe dort selbst unter anderem ein "Highschool-Jahr" verbracht, und dennoch bin ich der Meinung, dass man nicht alles übernehmen muss, was die Amis machen.Der 31. Oktober ist ja außerdem Reformationstag – wir Evangelen feiern die Reformation der Kirche durch Matin Luther. Und nicht das Fest der Monster, Vampire und Zombies.Und überhaupt: Die einzigen, die etwas von Halloween haben, sind die Süßwaren- und Verkleidungsindustrie. Die Eltern jammern über die horrenden Ausgaben für die Monster-Grusel-Kostüme und den Kindern tut so viel Süßes ohnehin nicht gut.

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