Klartext: Gefährliche Parolen

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Redakteur Christopher Göbel über die Nazi-Schmierereien auf der Skater-Rampe in Eichenzell.

Welche ewiggestrigen Idioten sind eigentlich immer wieder in Eichenzell unterwegs? Wenn Bürgermeister Dieter Kolb diejenigen, die jetzt die Skaterrampe in der Gemeinde mit Nazi-Sprüchen verschandelt haben, als "kriminelle Vollidioten" bezeichnet, dann hat er meine volle Zustimmung.

Was treibt einzelne – und da in Eichenzell keine rechtsradikalen Gruppierungen bekannt sind, werden es wohl Einzeltäter sein – Volldeppen dazu, solche menschenverachtenden Parolen zu verbreiten? Noch dazu auf Dingen, die der Allgemeinheit gehören. Es ist mir unerklärlich, wie es immer noch Menschen geben kann, die an solchen Schwachsinn glauben. Ich freue mich darüber, dass rechte Parteien in der bundesdeutschen Parteienlandschaft kaum noch eine Rolle spielen. Und dennoch scheint das krude Gedankengut, das bis 1945 vorherrschte, noch immer seine Anhänger zu haben. Erschreckend! Und traurig zugleich.

Unsere Redaktion erreichte kürzlich eine E-Mail, die von einer rechten Partei stammte und mit wirren Worten von angeblichen osteuropäischen Arbeitern fabulierte, die ein Fuldaer Unternehmen über Stunden lahmgelegt hätten. Niemand hier konnte sich auf diese ominöse E-Mail einen Reim machen, niemand wollte solches Zeug auch nur ansatzweise in die Zeitung bringen.

Wenn heute auch die Jahre 1939 bis 1945 mit den  schrecklichen Gräueltaten imBewusstsein der meisten Menschen nur noch auf Spartenkanälen wie "ZDFinfo" oder in nächtlichen "History"-Wiederholungen mit Guido Knopp vorhanden sind, so scheint doch fremdenfeindliches und rassistisches Gedankengut – nein, eher "Gedanken-schlecht" – in vereinzelten Holzköpfen noch so tief verwurzelt zu sein, dass es sich in solchen zerstörerischen Aktionen Bahn bricht.

Ich hoffe, dass es der Polizei gelingt, diese Typen zu fassen und sie für ihre Taten zur Rechenschaft ziehen zu können.  Dass Bürgermeister Kolb den rechten Schmierern mit klaren Worten den Kampf ansagt, finde ich aller Ehren wert. Gut so! Und dennoch bleibt das grundlegende Problem bestehen. In unserer globalisierten Welt, in der alles zusammenhängt, darf es keinen Ausländerhass mehr geben. Nicht einmal dann, wenn ein russischer Oligarch die U.D.S.S.R wieder zu reanimieren versucht.

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