Klartext: Geht's noch?

Fulda aktuell-Redakteurin setzt sich gegen Rassismus ein, aber was eine Kita in Hamburg nun gefordert hat, findet sie übertrieben.

Ich bin ein Freund klarer Worte, Langes um ein Thema herum reden oder ausschweifende Erklärungen, wenn man es auch in einem Satz sagen könnte sind mir zuwider. Ähnlich geht es mir mit der völlig überzogenen Political Correctness, die es auch in der fünften Jahreszeit, gegeben hat. Kürzlich hat eine Hamburger Kita den Kids Kostüme verboten, die Minderheiten diskreditieren könnten. Also musste der allseits beliebte Indianer im Schrank bleiben, auch rief die Kita dazu auf geschlechtsneutrale Kostüme zu wählen. Jungs sollten beispielsweise als Meerjungmänner oder Mädchen als Piratinnen gehen. Was soll der Quatsch?! Ist es nicht diskriminierend, wenn Kinder nicht mehr als Indianer durch die Kindergärten streifen dürfen, weil sie dann eine Minderheit präsentieren würden? Ist diese Minderheit nicht gerade durch die beliebte Verkleidung in den Fokus gerückt und durch das gute Gefühl positiv besetzt? Ebenso Kindern aufzwingen zu wollen, ein nicht männliches oder, um politisch korrekt zu bleiben, nicht weibliches Kostüm zu wählen, ist für mich der völlig falsche Weg. Es gibt Mädchen, die sich als Piraten verkleiden möchten, es gibt auch Jungs, die gerne mal als Prinzessin auflaufen, aber das machen sie aus freien Stücken und nicht weil sie politisch korrekt sein wollen. Kindern schon im Kindergarten-Alter Geschlechterrollen aufzwingen zu wollen oder diese bereits in den ersten Jahren angeblich gefestigten Rollen zu entreißen, finde ich Schwachsinn. Kinder tun das, auf was sie Lust haben, und Eltern sollten sie bei ihren Verkleidungswünschen unterstützen Political Correctness hin oder her. Ich habe noch nie erlebt, dass ein Kind ein Kostüm auswählte, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Kinder sind in ihrem Denken frei und dies sollten sie auch bleiben, die Pädagogen aus Hamburg könnten mit ihrem Handeln genau das Gegenteil erreichen. Die Kinderfastnacht die ich besuchte, war bunt und völlig frei. Der kleine Drache Tabaluga „flog“ durch die Halle, Löwen und Tiger spielten einträchtig, Feuerwehrmänner retteten die Gäste und Zauberer zogen durch ihr Märchenland – im Übrigen achtete keiner der Eltern darauf, dass der Drache ein Mädchen war oder unter dem Feuerwehrmann-Kostüm eine Feuerwehrfrau stecke. Political Correctness geschah völlig unbewusst.

In der fünften Jahreszeit ist alles erlaubt, heißt es zumindest. Doch stimmt das nicht ganz, denn auch die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich einen bedauerlichen Scherz erlaubt. Sie machte einen Witz über eine Toilette in Berlin. Nichts Außergewöhnliches, denken Sie jetzt? Die Berliner Toilette ist aber etwas ganz Besonderes, denn sie ist für drei Geschlechter – also nicht für „nur“ Mann und Frau, sondern auch für Menschen, die sich dem Geschlecht Divers zu ordnen. Die Genderfanatiker toben und werfen „AKK“ vor, an einem veralteten Geschlechterbild festzuhalten. Doch feststeht: Viele Menschen können mit dem Geschlecht Divers (noch) nichts anfangen. Eine humorvolle Betrachtung dieser Thematik finde ich erfrischend und macht diese vielleicht auch Menschen zugänglich, die sich sonst vor solchen Themen verschließen.

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