Klartext: Geht´s noch?

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Fulda aktuell-Redakteurin Antonia Schmidt schreibt über ihre Erlebnisse im Fuldaer Nachtleben.

In den vergangenen Wochen war ich wieder häufiger im Fuldaer Nachtleben unterwegs – und bin schockiert. Ich suchte Stätten auf, die ich früher für gut und sicher befunden hatte.

Traditionell verbringe ich den ersten Weihnachtsfeiertag mit Freunden in einer Fuldaer Kneipe. Die Partys dort sind eigentlich immer gut und friedlich. Nicht an diesem Tag. Zuerst meinte ein junger Mann, immer wieder Stress mit den anderen Partygästen suchen zu müssen. Als er kurze Zeit später vom Türsteher rausgeworfen wurde, spazierte er nach einer halben Stunde wieder in das Lokal. Wo ist da der Sinn? Als wir den Weg nach Hause einschlugen, wurden wir Zeugen einer Schlägerei vor dem Szenelokal. Einer der Beteiligten kreuzte unseren Weg zum Auto. Wir fragten, ob wir helfen könnten, da er angeschlagen aussah. Einer seiner „Freunde“ eilte dazu und pöbelte uns an. Zu allem Überfluss drohte er einem meiner Freunde, der mit über 1,90 Meter relativ furchteinflößend sein kann, mit den Worten: „Dein Gesicht merke ich mir.“. Wohl gemerkt, der „Zwerg“ überragte nicht mal meine 1,69 Meter Körpergröße, und wir wollten nur helfen. Eine Woche später, der nächste seltsame Partyabend. Ein mir unbekannter Kerl trat an einen Freund heran und erklärte ihm, dass er einem Freund von ihm das „Gesicht einschlagen werde“. Auf meine Frage wieso er denn sowas absolut Dummes plane, antwortete er nur: „Der hat mich und meine Freunde belabert“. Zugegeben, wirklich ernst konnten wir diese Drohung nicht nehmen. Trotzdem verlässt mich bis heute nicht der Gedanke wie primitiv manche Menschen doch sind.

 Doch die Krönung des Abends kommt noch: In einer sehr beliebten Bar in Fulda kam es zu einer Grabschattacke auf meinen Po. Ich lief an einer Männergruppe vorbei, die sich anscheinend absichtlich in den Weg zum Ausgang gestellt hatte. Und plötzlich merkte ich, wie eine Hand meinen Po packte. Diese Berührung passierte nicht zufällig, da ich meine Jacke so trug, dass man dort nicht aus Versehen hin packen konnte. Ich nahm die Hand des Grabschers und machte ihm klar, dass man niemanden einfach so anfassen könne. Meine Freundin war völlig geschockt. Als ich einem Freund davon berichtete, wurde mir erklärt, dass das in diesem Lokal mittlerweile ein bekanntes Problem sei. Ich frage mich wirklich, wozu diese Bars Türsteher beschäftigen. Zumindest wurde am Eingang mein Ausweis geprüft und ob ich gefährliche Gegenstände in der Handtasche trage. Doch wenn Sicherheitspersonal solche Übergriffe nicht verhindert, wie soll sich Frau wehren? Ich trage immer legale Dinge bei mir, die ich für den Notfall einsetzten kann. Traurigerweise muss man sich heute etwas einfallen lassen, um im Notfall reagieren zu können. Bei mir sind es Alltagsgestände, die mir nicht vom Türsteher abgenommen werden können und mich im Notfall schützen sollen, denn auf das Personal ist wohl kein Verlass mehr. Traurig, was aus dem schönen Fulda und seiner Partyszene geworden ist. Kein Wunder, dass ich mittlerweile lieber meine Abende auf der Couch als auf der Tanzfläche verbringe.

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