Klartext: (Gender-) Wahn

Fulda aktuell-Redakteurin Antonia Schmidt schreibt über den Genderwahnsinn.

Nach der Debatte über eine Änderung der Nationalhymne wurde in dieser Woche die nächste – in meinen Augen– schwachsinnige Debatte eröffnet. „Sparkassen“-Kundin Marlies Krämer fühlt sich von der Anrede „Lieber Kunde“ auf einem Formular der Bank beleidigt. Sie klagte am Dienstag vor dem Bundesgerichtshof und möchte, nach ihrer erneuten Niederlage, nun eine Instanz weiter gehen.

Ich bewundere Menschen, die für ihre Überzeugungen einstehen. Das tue ich auch. Aber dieser Genderwahn macht mich nur noch verrückt. Ich streiche meinen Kollegen immer wieder die Anrede beider Geschlechter aus den Texten. Wieso? Weil es den Lesefluss stört. Denn ich bin ein Freund unserer Sprache. „Sprache ist der Schlüssel zur Integration“ – das stimmt völlig, aber mir wird die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft nicht klarer durch eine spezifische weibliche Form von Worten.

Definitiv gibt es heute auch noch große Baustellen beim Thema Gleichberechtigung, aber diese werden nicht mit der Änderung der Nationalhymne oder von Formularen behoben. Auch die „Kunstaktion“ von manchen Frauenbewegungen, die sich ihre extra herangezüchteten Achselhaare färben, um ein Zeichen für den Feminismus zu setzen, bringt uns nicht weiter. Gleichberechtigung fängt für mich vor allem bei den Frauen selbst an. Für jede Frau sollte es selbstverständlich sein, genau wie ein Mann behandelt zu werden. Aber, und das möchte ich auch betonen, gibt es diese Damen, die nach Gleichberechtigung schreien, aber sich dann beschweren, wenn ein Mann ihr nicht die Tür aufgehalten hat. Ich bin absolut für selbstbewusste und selbstbestimmte Frauen, die ihr Leben in die Hand nehmen. Aber es gibt einfach Unterschiede zwischen Mann und Frau. Das ist auch gut so. Denn wenn Männer plötzlich Kinder kriegen könnten, würde in unserer (sowieso schon verrückten) Welt etwas nicht mehr stimmen.

Der ganze Genderwahn fühlt sich für mich genau so an, als würde ich gerade ein leckeres Rumpsteak essen und der belehrende Veganer hält mir einen Vortrag über die armen Tiere – es verdirbt mir einfach den Genuss. Die Botschaft der Gleichberechtigung ist bei mir schon längst angekommen. Doch der Wahn der immer politisch korrekten Aussagen und des sofortigen Beleidigtseins einiger meiner Geschlechtsgenossinnen, wenn Frau mal nicht extra hervorgehoben wird – nervt mich nur noch.

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