Klartext: Nur der Gewinn zählt

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Der VW-Diesel-Abgas-Skandal und die Misere der gesamten Automobilindustrie - ein Kommentar von Christopher Göbel

Wer derzeit Aktien von Automobilkonzernen besitzt, sollte sich vielleicht Gedanken da­rüber machen, was diese Anteile in kurzer Zeit noch wert sein werden. Die Aktien von "VW” und auch "BMW” sind nach dem Manipulationsskandal in den Keller gefallen. "VW”-Vorstandschef Martin Winterkorn hat seinen Hut genommen. Wobei – als ehemals bestbezahlter Manager des Landes dürfte der sich weniger Gedanken darum machen müssen, wie seine Zukunft aussieht. Als Privatier hat man ja auch auch viel weniger Probleme mit den bösen Mitarbeitern in Amiland, die ‘mal einfach so Software manipulieren, um Abgaswerte zu fälschen.

Es mag sein, dass bei einem solchen Riesenkonzern der Vorstand und dessen Boss nicht alles wissen, was in den Farbikhallen passiert. Aber die Verantwortung für jegliche Panne haben sie dennoch zu übernehmen. Ich hoffe nur, dass Winterkorn kein Opfer ist, um andere, die vielleicht geheim im Hintergrund die Strippen ziehen, zu schützen und auf ihren millionenschweren Posten zu halten. Wie sieht es denn bei anderen Autobauern aus? Dem Vernehmen nach sollen "BMW” und "Audi” bereits ebenfalls ins Visier der Behörden geraten sein. Denn wenn einer so etwas macht, dann liegt die Vermutung nahe, dass andere Diesel-Fabrikate auch viel mehr Stickoxide ausstoßen, als nach den geltenden Grenzwerten erlaubt ist.

Scheibchenweise tröpfelten die Informationen ans Licht. Erst hieß es, dass nur Fahrzeuge in den USA mit der Fälschungssoftware ausgestattet gewesen seien. Inzwischen ist bekannt geworden, dass weltweit rund elf Millionen betroffene Fahrzeuge unterwegs sind. Ich frage mich, mit welchen Mitteln große Konzerne noch arbeiten, um hier und da mehr Gewinn zu machen. Und das alles wird auf den Schultern der Mitarbeiter ausgetragen, die in den Fabriken schuften. Denn letztendlich zählt nur der Gewinn und die Ausschüttung der Renditen an die Aktionäre. Womit wir wieder bei denjenigen wären, die ihre "VW”-Aktien gerade zur Disposition stellen, um das im Sinken begriffene Schiff noch rechtzeitig zu verlassen. Jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland ist in der Automobilindustrie. Doch den Bossen, die auch nach Rücktritt und Abfindung ihr Leben als Krösus genießen können, ist das wohl egal.

Wer derzeit einen "VW” oder einen Wagen der Tochterfirmen fährt, muss – oder kann – jetzt erst einmal nichts machen. Bleibt nur, abzuwarten, bis Informationen oder Rückrufe bekannt werden. Dann wird uns das Ausmaß des Skandals erst wirklich klar werden.

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