Klartext: Götterdämmerung der Kanzlerin?

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Es wird einsam um Angela Merkel. Hans-Peter Ehrensberger macht sich in einem Klartext-Kommentar Gedanken um die Person und Politik der Bundeskanzlerin

Fulda. Es wird einsam. Zunehmend einsam um Angela Merkel. Bricht die Götterdämmerung für die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, über ihre Person und Politik an? Über die Frau, die erst unlängst wieder – wie oft eigentlich schon? – vom renommierten "Time"-Magazin zur "Frau des Jahres" gekürt wurde. Die seit Jahren, selbst von denen, die sie nicht mögen, als "mächtigste Frau der Welt" bezeichnet wird. Hat die ewige Kanzlerin nun doch  ein "Verfallsdatum", das spätestens in zwei Jahren bei der nächsten Bundestagswahl, vielleicht sogar schon früher ablaufen könnte? Und das alles nur, weil eines der reichsten Länder der Welt ein oder zwei Millionen Flüchtlinge nicht verkraften und integrieren kann. Weil "Mutti" – zusammen mit hunderttausenden ehrenamtlichen Helfern – der Welt das neue Deutschland, unser wahres, das helle Gesicht präsentierte und sich dieses auch nicht von dunklen Untertönen und braunen Zungenschlägen kaputtmachen lässt. "Wir schaffen das", hat Merkel verkündet – doch das scheint ihr nun ausnahmslos jeder übel zu nehmen. Ihre Popularitätswerte sinken ins Bodenlose, im Politikbarometer ist sie erstmals auf Platz vier abgerutscht, nur noch knapp vor Gysi und hinter Schäuble, Steinmeier und Bosbach, der seine Chefin am Dienstagabend auch beim Neujahrsempfang der Fuldaer "Mittelstandsvereinigung" einmal mehr heftig kritisierte.  Deftiger Gegenwind kommt auch von der nicht immer Christlich Sozialen (!) Union aus Bayern, dem rechten Flügel der CDU, vom Koalitionspartner SPD sowieso. Lob gibt es allenfalls und paradoxerweise nur noch von der Opposition. Wird es also nicht nur einsam, sondern auch eng für Merkel, steht möglicherweise sogar die Vertrauensfrage im Raum?

Vor allem stehen demnächst erst einmal drei Landtagswahlen ins Haus, da wird der Ton zwangsläufig rauer, das Gedöns größer. Doch ist der Pulverdampf erst einmal verflogen, greifen die bekannten Mechanismen. Greifen nämlich die Maßnahmen in der Flüchtlingspolitik endlich wirkungsvoll, gewinnen die Realisten und Optimisten und nicht die Schwarzmaler und Pessimisten in diesem Land die Oberhand, begreift hoffentlich eine Mehrheit unter den Alt- und Neubürgern, dass man dies alles  – nicht nur aus demographischen Gründen – als Bereicherung und nicht als Bedrohung und Belastung empfinden sollte, dann wird in naher und weiter Zukunft, zumindest in dieser und auch der nächsten Wahlperiode, Angela Merkel noch immer als Kanzlerin dieses, unser neues weltoffene(re)s Deutschland regieren. Das hoffe ich nicht nur, davon bin ich felsenfest überzeugt. Nicht in erster Linie weil "Kohls Mädchen" dessen Regierungsstil mittlerweile verinnerlicht und wie kein Zweiter adaptiert  hat. Nein, weil es zu dieser Frau einfach jetzt und in absehbarer Zeit keine wirkliche Alternative gibt. Ich will nicht sagen: "Angie forever", aber ein paar Jährchen möchte ich mich schon noch von Merkel regieren und in Sicherheit wiegen lassen.

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