Klartext: Hallo-Luther-Ween

Reformation oder Halloween feiern? Redakteur Christopher Göbel meint: Beides kann gehen.

Halloween oder Reformationstag – was sollte man feiern? Ich meine, man kann beides tun. Und zwar das eine, ohne das andere zu vernachlässigen. Grundsätzlich ist es sowieso Geschmackssache, ob man in den Wochen vor Allerheiligen (Halloween bedeutet „all hallows evening“, also „Abend vor Allerheiligen“) sein Heim und Haus mit Kürbisfratzen, Spinnweben oder „RIP“-Kreuzen schmücken möchte. Ich selbst habe im vergangenen Jahr mit meinen Kindern eine Halloween-Party gefeiert. Kleine Hexen, Henker und Zombies machten eine lustige Party, verzehrten Finger-Kekse, Augen-Muffins und Würmerkuchen. Es war eine schöne Party – und alle hatten ihren Spaß.

In diesem Jahr lasse ich Halloween ausfallen, auch wenn ich am Wochenende plane, die Kinder zum Spaß Kürbisse schnitzen zu lassen. Aber das wird es dann mit Halloween gewesen sein. Denn im 500. Jahr der Reformation ist mir diese Feier in 2017 wichtiger. Nicht zuletzt, weil ich im Reformationsgottesdienst am kommenden Dienstagabend mit meinem Chor singe.

Tagsüber Kirche, abends Halloweenparty

Doch wer möchte, kann auch beides nebeneinander bewältigen. Da der Reformationstag in diesem Jahr ein arbeitsfreier Tag ist, könnte man sich tagsüber der Kirche widmen, denn viele evangelische Pfarreien feiern bereits vormittags Reformationsgottesdienste. Und am Nachmittag könnte man sich ins Hexen- oder Skelettgewand kleiden und Halloween feiern. Beides kann, muss aber nicht. Ob man in diesem Jahr unbedingt als Gespenst von Tür zu Tür ziehen muss, um Süßigkeiten zu sammeln, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Wir machen das in diesem Jahr nicht. Vergangenes Jahr waren wir unterwegs. Die Kids hatten auch einiges an Bonbons gesammelt, aber es gab auch Diejenigen, welche die Kinder mit den Worten anmaulten: „Wir feiern Reformation, nicht diesen neumodischen, amerikanischen Kram“. Nun gut, damit musste man rechnen. Wobei allerdings zwei Fehler in dieser Aussage stecken: Halloween ist ein Brauch aus dem katholischen Irland des 19. Jahrhunderts. Also ist es weder amerikanisch noch neumodisch.

Unter einem (Hexen-)Hut

Natürlich ist Halloween heutzutage ein nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor, denn seit Wochen gibt es Gruselkram in allen Varianten, Plastikkürbisse und Schokolade im Hexendesign. Aber wie mit allem, ist es auch mit Halloween so: Wer es feiern und seinen Spaß haben möchte, sollte das tun können. Und wer lieber in die Kirche geht, sollte das ebenso tun können. Und wer beides mag, der wird auch das unter einen (Hexen-)Hut bringen.

Was mich aber wirklich abschrecken würde, das wäre ein Halloween-Gottesdienst mit Zombie-Pfarrer, Skelett-Lektorin und der „Bonfire“-Kakophonie anstatt Johann Sebastian Bach auf der Orgel. Aber auf solch’ eine Idee wird sicher kein noch so „progressiver“ Pfarrer kommen – hoffe ich zumindest :-) !

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