Klartext: Heiß, aber okay!

Mit den hochsommerlichen Temperaturen beschäftigt sich Redakteur Christopher Göbel in seinem Kommentar.

„Es ist viel zu heiß“ nennt sich ein Song aus dem Musical „Kiss me, Kate“ von Cole Porter. Das lief vor vielen Jahren bei den „Bad Hersfelder Festspielen“ und es gibt sogar eine CD davon. Viel zu heiß ist es auch seit Wochenbeginn. Grundsätzlich bin ich ein Sommerkind, das Temperaturen über 20 Grad Celsius durchaus lieber hat als unter zehn Grad.

Lieblings-Jahreszeit

Fragte man mich nach meiner Lieblings-Jahreszeit, so würde ich „Definitiv Sommer“ antworten. Auch die Hitze, die gerade aus der Sahara zu uns gewandert ist, macht mir grundsätzlich nicht viel aus. Klar – im klimatisierten Büro arbeitet es sich schöner als in einem überhitzten, wenn alle Klamotten am Körper kleben und der Verstand sich ins Hitze-Nirwana zu verabschieden droht. Ist es wirklich der Klimawandel, der uns seit wenigen Jahren solche heißen Sommerwochen beschert? Oder ist das „zyklisch ganz normal“, wie andere Meteorologen aufgrund der Wetteraufzeichnungen behaupten?

Nicht schimpfen

Ich selbst merke mir das Wetter nicht. Wenn mir einer erzählt, dass im vergangenen Winter 40 Zentimeter Schnee in Harmerz lagen, dann kann ich nur „Ach, tatsächlich“ sagen. denn ich weiß es einfach nicht mehr. Ich bin auch kein Mensch, der gerne über das Wetter schimpft. Wir können es sowieso nicht beeinflussen, und wo auch immer man auf der Welt lebt, muss man sich mit den klimatischen Verhältnissen im wahrsten Sinne des Wortes akklimatisieren. Hierzulande freut man sich über die Sonnentage, die uns geschenkt werden, ebenso wie über den Schnee, der uns im Winter Ski- und Schlittenfahren erlaubt.

Die Freibäder machen bei den jetzigen Temperaturen nicht ganz so viel Minus wie in kühleren, regnerischen Jahren. Die Eisverkäufer machen Rekord-Umsätze, und wer Klimageräte verkauft, dürfte sich auch nicht beklagen. Wie bereits erwähnt, müssen wir uns mit dem Klima anfreunden – ob wir wollen oder nicht. Dazu gehört auch, dass wir uns so verhalten, dass möglichst wenig Schaden entsteht. Keine Kippen im Wald anzünden und wegwerfen, nicht auf der trockenen Wiese grillen – solche Dinge verstehen sich von selbst, wenn sie nicht sowieso verboten sind.

Auf sich achten

Zum Anpassen gehört aber auch, dass man auf sich selbst und Menschen in der eigenen Umgebung achtet. Vor allem Ältere und Geschwächte müssen beispielsweise genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Dabei fällt mir meine Oma ein, die tatsächlich bei solchen Temperaturen noch im hohen Alter im Garten herumwerkeln wollte. Nur mit viel gutem Zureden und der Bitte, wenigstens bei der Gartenarbeit das mobile Festnetztelefon immer in der Tasche zu haben, zeigte Wirkung.

Welche Auswirkungen die Hitze auf das Stadt- und Bürgerfest haben wird, lässt sich noch nicht absehen. Ich hoffe, dass trotz der Sonne viele Menschen den Weg nach Fulda finden, wenn dort zum 1275-jährigen Stadtjubiläum Barock, Mittelalter und viel Musik präsentiert werden. Und „Wann wird‘s mal wieder richtig Sommer“ von Rudi Carrell wird in diesem Jahr wohl niemand singen.

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