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Klartext: Helfend handeln - Senioren vor Betrug schützen

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Von: Christopher Göbel

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In Osthessen tut die Polizei etwas, damit Senioren nicht zu Opfern werden. Christopher Göbel macht sich seine Gedanken dazu.

Irgendwann sind wir alle Senioren. Wer bereits jetzt ein gewisses Alter erreicht hat, wird immer öfter Opfer von Verbrechern. Dies zumindest lassen die zahlreichen Polizeimeldungen vermuten, die unsere Redaktion erreichen. „Senior“ – ab wann ist man das eigentlich? Ab 55, ab 60 oder doch erst ab 80 Jahren? Es gibt da keine definitive Grenze.

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Und der Satz „Man ist so jung, wie man sich fühlt“ ist nicht ganz unwahr. Wenn ich lesen muss, dass wieder einmal Trickbetrüger einer 92-Jährigen mehrere hundert Euro aus der Wohnung gestohlen haben oder dass ein 80-Jähriger Hausbesitzer falschen „Dachdeckern“ auf den Leim gegangen ist und mehrere tausend Euro verlor oder dass eine 78 Jahre alte Dame 185.000 Euro an falsche Polizeibeamte losgeworden ist, dann wundere ich mich immer wieder, wie Menschen auf solche dreisten Betrüger hereinfallen können. Sicherlich, die Tricks der Verbrecher sind raffiniert, aber seit Jahren werden die Senioren immer wieder gewarnt. Der „Enkeltrick“ beispielsweise ist eine Masche, die landauf und landab die Polizei beschäftigt. Und vor dem die Beamten ständig warnen. Warum also fallen immer noch so viele ältere Menschen darauf herein?

Sicherheitsmechanismen haben versagt

Im Fall der 78-Jährigen war es wohl so, dass sie die 185.000 Euro selbst von der Bank holte. Für einen anderen Artikel habe ich damals mit einem Bankmitarbeiter gesprochen. Dort wurde mir gesagt, dass es Sicherheitsmechanismen gebe, die vor allem ältere Menschen vor Betrügern schützen sollen. In dem eben genannten Fall müssen diese Mechanismen versagt haben. Wenn eine 78-Jährige 185.000 Euro abhebt, dann müssten eigentlich bei jedem Bankangestellten die Alarmglocken schrillen.

Dass so etwas immer wieder passiert, ist sicherlich der Grund dafür, dass die Osthessische Polizei in dieser Woche die Aktion „Senioren sind auf zack“ startete. Denn eigentlich kann man gegen die fiesen Verbrecher nicht viel mehr tun, als aufzuklären, ehe das Unglück geschieht. Meine Großmutter war da bereits vor Jahren schon „auf zack“. Sie ließ sich kein X für ein U vormachen. Und wenn ihr etwas nicht ganz geheuer war, dann fragte sie meine Mutter oder mich. Der einzige „Gauner“, dem sie in gehobenem Alter auf den Leim ging, war ein leider notwendiger Schlüsseldienst, als sie sich spätabends ausgesperrt und der einige hundert Euro gekostet hatte.

"Vorsicht ist besser als Nachsicht"

Die Trickbetrüger, die sich Senioren als lohnendes Ziel ausgesucht haben, haben einfach allzu oft „leichtes Spiel“. Wer ältere Menschen in der Verwandtschaft hat, der sollte mit ihnen sprechen. Warnen, aufklären und helfen, ehe das Unglück geschieht. „Vorsicht ist besser als Nachsicht“, sagt man. Und wer seine Senioren schützen möchte, der sollte vorbeugen. Neben dem materiellen Schaden ist nämlich meist auch eine psychische Belastung der Betrugsopfer die Folge: „Wie konnte ich nur so leichtgläubig sein...“

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