Klartext: Identität am Kühler

Zurück zum alten Autokennzeichen? Nach knapp 40 Jahren, in denen alle Hünfelder Fahrzeuge statt des "HÜN" von anno dazumal das "FD

Zurück zum alten Autokennzeichen? Nach knapp 40 Jahren, in denen alle Hünfelder Fahrzeuge statt des "HÜN" von anno dazumal das "FD" des Landkreises, dem sie angehören, tragen, bringt eine Studie der Universität Heilbronn ans Licht, was mehrere Jahrzehnte in Vergessenheit geraten war – abgesehen vielleicht von ein paar betagten Traktoren.

Am gestrigen Freitag startete Prof. Dr. Ralf Borchert aus dem Hünfelder Rathausplatz eine Umfrage, wer denn das alte Autokennzeichen "HÜN" wieder haben wolle. Das Ergebnis kenne ich natürlich noch nicht, aber aufgrund der Erhebungen in anderen Städten wage ich eine Voraussage: Zwischen 60 und 70 Prozent der Befragten werden angeben, dass sie das alte Kennzeichen wieder haben möchten.

Die Studie Borcherts, bei der bereits 113 bundesdeutsche Städte befragt wurden, ergaben alle ein ähnliches Bild. Ganz in der Nähe, im beschaulichen Rotenburg im nördlichen Nachbarlandkreis, war Borchert vor wenigen Wochen ebenfalls unterwegs. Das Ergebnis: 67,6 Prozent der Rotenburger wollen wieder mit "ROF" anstatt mit "HEF" durch die Lande gondeln.

Dass die Umfrage der Heilbronner Uni noch kein Freibrief dafür ist, sich gleich bei der nächsten Auto-Anmeldung "HÜN" ins Nummernschild prägen lassen zu können, ist klar. Da müssen die Politikerinnen und Politiker erst einmal einen Beschluss fassen, der die Liberalisierung der Autokennzeichen möglich macht.

Die "Umrüstung" auf ein neues bzw. altes Kennzeichen kostet den Fahrzeughalter auch Geld. Zwar wäre das bei Neuzulassungen mit großer Wahrscheinlichkeit kein höherer Kostenfaktor (denn das kostete ja sowieseo Einiges), doch wer sein bereits zugelassenes Auto ummelden wollte, muss ganz bestimmt damit rechnen, zur Kasse gebeten zu werden. Es ist ja nicht nur das Prägen des neuen Schildes, sondern auch die Änderung im Kraftfahrzeug-Register, in den Wagenpapieren und nicht zuletzt auch in Anwohner-Park­ausweisen und Umweltplaketten müsste vorgenommen werden. Ist das wirklich nötig, nur um damit – wie Borchert meint – ein "identitätsstiftendes Symbol" zu schaffen?

Wenn man den Gedanken bis ins Letzte ausreizen wollte, müsste eigentlich jede Gemeinde in diesem unseren Lande ihr eigenes Kfz-Kennzeichen bekommen. Denn wer sagt denn, dass ein Burghauner oder ein Rasdorfer tatsächlich mit "HÜN" fahren will?

Die Grundidee der Kennzeichen-Liberalisierung ist sicherlich keine schlechte, aber die Sinnhaftigkeit einer tatsächlichen Umsetzung ist mir etwas suspekt. Und falls es doch einmal soweit kommen sollte, eröffne ich vielleicht eine kleine Schilderwerkstatt in Hünfeld, damit ich von dem Kennzeichen-Kuchen auch ein kleines Stückchen abbekomme ;-D !

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