Klartext: 60 Jahre Bundespolizei - in Hünfeld zuhause

Redaktionsleiter Bertram Lenz schreibt zur Bedeutung Hünfelds als Standort der Bundespolizei.

In jeder Stadt gibt es Gebäude und Institutionen, die das tägliche Leben mitunter über Jahrzehnte hinweg prägen und dominieren. In Fulda ist dies, sieht man einmal von Dom und Stadtschloss ab, ohne Zweifel die ehemalige „Bleidornkaserne“ an der Leipziger Straße, wo bis zum April 1998 der Fuldaer Standort des „BGS“ untergebracht war. Heute ist dort die Hochschule Fulda zu Hause, die sich der Marke von 10.000 Studierenden nähert und weit über die Grenzen der Region hinaus hohes Ansehen genießt. Was unter anderem auch am Montag beim Besuch der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, sehr deutlich wurde.

Was den „BGS“ betrifft, den früheren Bundesgrenzschutz, so gibt es markante Parallelen zu Hünfeld, denn auch für die Konrad-Zuse-Stadt ist die Unterkunft an der Molzbacher Straße ein unverkennbares Merkmal. Auch wenn dort heute die Bundespolizei ihren Sitz hat. Beider Geschichte währt nun schon 60 Jahre: Dem offiziellen Einzug der Hundertschaften am 19. November 1959 in die Haunestadt ging zwar eine rund dreijährige Bau- und Aufstellungsphase voraus, dennoch gilt dieses Datum als Geburtsstunde der Abteilung. Insgesamt 60 Jahre Bundesgrenzschutz und Bundespolizei in Hünfeld, davon 30 Jahre mit und 30 Jahre ohne innerdeutsche Grenze, sind an diesem Wochenende also ein guter Grund zu feiern und eine Gelegenheit, sich von der besten Seite zu präsentieren. Zumal es beileibe keine Selbstverständlichkeit ist, dass überhaupt gefeiert werden kann.

In Erinnerung kommt mir dabei besonders das Jahr 1992, als der Standort Hünfeld des „BGS“ von der Auflösung bedroht war und letztendlich nur durch eine machtvolle konzertierte Aktion, an der Spitze Bundes- und Landespolitiker, mit starker Einbeziehung der Bürgerschaft, gerettet werden konnte. Die Haunestädter demonstrierten damals mit 1.000 Menschen in Bonn, mit 5.000 Menschen auf dem Hünfelder Rathausplatz und sammelten 15.000 Unterschriften für den Erhalt „ihres“ Standortes. Eine tiefe Verwurzelung und Zusammengehörigkeit, die auch nach 60 Jahren noch zu spüren ist. Die Beamten sind in Hünfeld zuhause, allen gesellschaftlichen Veränderungen und Strömungen des Zeitgeistes zum Trotze.

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