Klartext: Klassenk(r)ampf

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Unser Redakteur Hans-Peter Ehrensberger schreibt seine Meinung über das Streikverhalten der Gewerkschaften.

"Mann der Arbeit, aufgewacht! Und erkenne deine Macht! Alle Räder stehen still,wenn dein starker Arm es will ...". Diese berühmten Verse aus einem alten Lied der Arbeiterbewegung haben heute eher einen negativen Beigeschmack. Vor allem wenn man es auf jene beiden Sparten-Gewerkschaften projiziert, die   das Land derzeit in zwei Lager spalten, andere sagen sogar,  es regelrecht terrorisieren, oder, noch schlimmer – einen Gewerkschaftskrieg gegen die Bevölkerung führen. Die Rede ist von jenen wenigen Hanseln,  die in der Pilotenvereinigung "Cockpit"  und der Lokführergewerkschaft "GdL" organisiert sind.  Eine kleine Minderheit, ein paar tausend Leutchen, welche die Bevölkerung mehrheitlich zur Weißglut treiben. Den Pendler, der im morgendlichen Berufsverkehr stundenlang auf zugigen Bahnhöfen vergeblich auf seinen Nahverkehrszug wartet, den Geschäftsmann, der mit dem ICE von Berlin nach München zu einem dringenden Termin muss, die Urlauberfamilie, die sich monatelang auf die Ferien auf Fuerteventura freute und deren Billigflug dann doch kurzfristig gecancelled wird – sofern sie es noch rechtzeitig überhaupt bis zum Airport geschafft hat. In dieser Auseinandersetzung geht es schon lange nicht mehr um reelle Gewerkschafts-Forderungen, berechtigte Arbeitnehmer-Interessen oder das im Grundgesetz verankerte Streikrecht. Hier wollen sich einige wenige, vor allem selbsternannte Gewerkschafts-Spitzenfunktionäre mit der Attitüde und dem Auftreten alter Klassenkämpfer auf Kosten der Gegenspieler auf Unternehmerseite profilieren, ihr Mütchen an ihnen kühlen. Wenn’s so weitergeht, Herr Weselsky, auch mit Ihren verbalen Entgleisungen gegen Behinderte, dann werden Sie nicht nur in diesen Kreisen Keile in die Gesellschaft treiben. Ich sehe schon französische, englische oder italienische Verhältnisse auf uns zukommen, wo keine Kompromisse geschlossen werden und schließlich auch kein Konsens  zwischen den Tarifpartnern mehr zustande kommt, sondern die Gesellschaft immer mehr gespalten wird, die Wirtschaft, unser Wohlstand, das Bruttosozialprodukt darunter leiden und schließlich der soziale Frieden  auf der Strecke bleiben. Nach dem Streik ist vor dem Streik – und es bleibt zu befürchten, dass "GdL", "Cockpit" und Co. uns auch weiterhin drangsalieren werden.

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