Klartext: Klitschko kämpft

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Die Lage in der Ukraine ist weiterhin schwierig und der ehemalige Box-Champion versucht sich als Oppositionsführer.

In seinem früheren Leben hat er nicht lange gefackelt: Vitali Klitschko, Box-Champion im Ruhestand, "Champion Emeritus" der WBC im Schwergewicht sowie ehemaliger Weltmeister nach Version der WBO,  hat  87,25 Prozent seiner Gegner knockout geschlagen. Dies ist die zweithöchste K.o.-Quote in der Geschichte des Profiboxens, nur knapp hinter der Box-Legende Rocky Marciano. Nun kämpft Klitschko in Kiew einen ungleich schwereren Fight. Als einer von drei ukrainischen Oppositions-Führern steht er in seinem "zweiten Leben" derzeit oft genug mit dem Rücken zur Wand, hängt – um beim Bild aus dem Boxsport zu bleiben – mitunter angeschlagen in den Seilen, war mehrfach vor dem entscheidenden Knockout.

Doch immer wieder hat er sich aufgerappelt, schlägt jetzt nicht mit den Fäusten, sondern mit Worten und Gesten zurück und steht symbolisch für einen Großteil seines Volkes, das eine Abkehr vom Osten und Hinwendung zum Westen, zur Europäischen Union wünscht. Doch da kommt Klitschkos größter politischer Gegner ins Spiel: Wladimir Putin. Der hat mit Vitalis jüngerem Box-Bruder nicht nur den Vornamen gemein, sondern verfährt oft genug auch nach Michael Buffers  Ring-Motto "Let’s get ready to rumble" und tritt mit einer entsprechenden "Trouble-Maker-Strategie" gegenüber der EU und Ukraine auf. Wenn die nicht in seinem Sinne mitspielen, nämlich die Neubelebung der alten Sowjetunion akzeptieren, dann wird halt mal eben kurz der "Gazprom-Hahn" zugedreht und viele Menschen  hier und dort gucken sprichwörtlich in die Röhre respektive hocken in der Kälte. Wenn man so will, eine Fortsetzung des "Kalten Krieges" mit modernen, noch effektiveren Mitteln als zu Zeiten, in denen sich riesige Waffenarsenale gegenüberstanden. Die westlichen Politiker sind heute wie damals in einem Dilemma, droht und setzt man letztlich vielleicht doch Sanktionen durch, dann bestraft man mit Sicherheit die Falschen – die Oppositionspolitiker an der Spitze und eine riesige Volksbewegung in der Breite der ukrainischen Bevölkerung. Und ob sich Oligarchen mit einer vorübergehenden Sperrung ihrer westlichen  (Schwarzgeld-)Konten beeindrucken lassen, darf auch bezweifelt werden. Es bleibt zu hoffen, das Klitschkos friedfertiger Kampf und der eines Großteils des ukrainischen Volkes von Erfolg gekrönt wird und nicht mit dem eigenen  K.o. endet. Die Erfolgsquote dürfte indes weit unter 87,25 Prozent liegen...

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