Klartext: Kommentar zum US-Wahlkampf und Donald Trump

DAFKS:Truckerfestival, Jeep mit US-Fahne
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DAFKS:Truckerfestival, Jeep mit US-Fahne

In seinem Klartext-Kommentar macht sich Hans-Peter Ehrensberger Gedanken über den US-Wahlkampf, Hillary Clinton und den Tiefflieger Donald Trump.

Die Wahl des 58. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ist auf den 8. November terminiert. Eine Wahl, die die Welt bewegt. Denn erstmals bewirbt sich mit Hillary Clinton eine Frau um das mächtigste Amt der Welt – ein zweites Novum, nachdem mit ihrem Vorgänger Barack Obama erstmals ein Farbiger die (nach eigenem Selbstverständnis, und das ist bei den Amis nach wie vor unübertreffbar im Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten) größte Nation der Welt für zwei Wahlperioden führte. Das alles ist an sich wäre schon außergewöhnlich und ausreichend genug, doch nach dem 8. November könnte ein Mann die Finger am Atomraketenabschussknopf haben, der für mich noch vor den Diktatoren Kim Jong-un, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdoğan der gefährlichste Mann der Welt ist.

Um bei dem Bild vom "schlimmen Finger" und dessen noch böseren Fingern zu bleiben: Weil Trump schon (fast) überall seine schmutzigen Hände im Spiel hatte, lässt dies nur das Schlimmste befürchten. Ein nicht abstumpfender Beschuss mit Lügen, Absurditäten, Vulgaritäten, eine Rede, die Trumps Frau Melania bei Michelle Obma abschrieb, Sexismus- und Steuerhinterziehungsvorwürfe, übelste Beleidigungen – kaum ein Tag vergeht, an dem nicht über einen noch größerer Tiefpunkt des geistigen Tieffliegers Trump zum Tag vorher berichtet wird.

Dabei geht es eigentlich gar nicht um die Hand im Schritt oder am Busen von Frauen, es geht nicht um aufdringliche  Küsse, um unangemessene F-Schimpfworte – es geht tatsächlich um ein großes Defizit an politischer Korrektheit, es geht konkret um den Missbrauch von Macht. Und diese Klaviatur scheint Trump wie kein anderer auf niederstem Niveau spielen zu können. Das Musterland der Demokratie präsentiert sich nur noch als bloße Farce, scheint von der gesellschaftlichen Mitte aus zu implodieren. Die minimalsten politische Regeln sind ausgehebelt, jeden neuen Tag fragen sich die Medien und politischen Beobachter in aller Welt, was noch alles enthüllt werden und infolgedessen an Unvorhersehbarem drohen könnte.

Sind die Amerikaner denn komplett verrückt geworden? Solche Fragen (und noch viele andere mehr) wird sich nach dem 9. November 2016 die Welt weiterhin stellen (müssen): Wie konnte es nur dazu kommen? Wird sich mit Donald Trump (oder Hillary Clinton) die politische Krise Amerikas noch verschärfen?

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