Klartext: Lebensretter

Redakteurin Antonia Schmidt durfte eine Nacht in einer Retteruniform stecken. Sie schreibt über das Gefühl in dieser Uniform zustecken und über die Menschen, die sie tagtäglich tragen.

Sie sind im Notfall immer zur Stelle die Notfallsanitäter, Sanitäter und Rettungsassistenten. Vor einiger Zeit hatte ich das Glück, zwei Menschen, die im Notfall Leben retten für eine Reportage bei ihrer Arbeit begleiten zu können. Schon Tage vorher war ich aufgeregt: „Wie wird es sein, in der Retteruniform zu stecken?“ Natürlich spielte die Angst vor einem schlimmen Unfall und viel Blut eine große Rolle, denn ich kann kein Blut sehen.

Zum Glück blieben in dieser Nacht die Unfälle aus und wir wurden zu Einsätzen gerufen, die weniger blutig ausgegangen sind. Dennoch beeindruckte mich das Fachwissen und die Leidenschaft, mit der Katharina Huck und Marco Medler an die Arbeit gegangen sind. Gerade eine 21-Jährige hat an einem Samstagabend meist andere Pläne, als zu arbeiten. Und auch für den Familienvater heißt Wochenenddienst, wenige Zeit mit den Kindern und seiner Frau, die er aber wieder an seinen freien Tag nachholt. Natürlich gibt es für Wochenend- und Nachtdienste auch einen Freizeitausgleich. Ohne diesen wäre die Besetzung solcher Dienste wohl nicht möglich.

Dennoch verbringen alle im Rettungsdiensttätigen viele Stunden auf den Wachen, um im Notfall Leben zu retten. Dabei definieren alle Menschen Notfall sehr unterschiedlich. Da gibt es diese, die wegen einer kleinen Schnittwunde die 110 wählen oder andere, die mit dem sprichwörtlichen „Kopf unter dem Arm“ selbst ins Krankenhaus fahren. Für mich ist es ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass es im Notfall Menschen gibt, die mir helfen können und das auch mit viel Freude bei der Arbeit, denn auch das ist nicht selbstverständlich. Wer wird schon gerne nachts aus dem Schlaf gerissen?

So finde ich es wichtig und richtig, diese Arbeit, die dort tagtäglich 24 Stunden geleistet wird, mit dem nötigen Respekt zu honorieren. Angriffe gegen Rettungsdienstler, Polizisten und Feuerwehrleute sind für mich völlig unverständlich. Auch die Behinderung ihrer Arbeit durch das Unterlassen der Bildung einer Rettungsgasse oder das Gaffen bei Unfällen machen mich zornig. Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären derjenige, der Hilfe benötigt oder jemand, den Sie lieben. Würden Sie dann genauso handeln?

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