Klartext: Der linke Lafontaine

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Im "richtigen Leben" scheint zusammengefunden zu haben, was zusammen gehört – zwischen Mann und Frau, Alt und Jung, vor allem aber zwisch

Im "richtigen Leben" scheint zusammengefunden zu haben, was zusammen gehört – zwischen Mann und Frau, Alt und Jung, vor allem aber zwischen Ost und West. Die Rede ist vom Zustand der politischen Linken in diesem unserem Lande im Allgemeinen und im ganz Speziellen von der Romanze zweier ihrer Protagonisten, die man fast als modernes Märchen bezeichnen mag – und das nicht nur in den Klatschspalten der Boulevardpresse. Die "Schöne und das Biest" – Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine. Wie wird diese Geschichte fortgeschrieben? Ich fürchte, ohne Happy-End! Politisch jedenfalls.

Nach fünf Wahlniederlagen in Folge und dem Rausschmiss aus ebenso vielen Landes-Parlamenten scheint der Stern der Linken amSinken – zumindest im Westen dieser Republik. Und schon brechen die alten Graben-, um nicht zu sagen Klassenkämpfe innerhalb der Partei wieder aus. Die Ossis gegen die Besserwessis. Die Bartsch-Brüder gegen die Ernst-Eleven. Und dazwischen eben – der nach wie vor an allen Strippen ziehende und Intrigen spinnende – Lafontaine. Kann dieses lebende Fossil aus besseren (SPD-)Zeiten der siechenden und suchenden SED-Nachfolgepartei den nötigen Push geben?

Wohl eher nicht. Zu groß sind die Vorbehalte bei den östlichen Landesverbänden der Linken, die in Lafontaine eher ein Auslaufmodell denn eine zukunftsfähige Lösung sehen. Sie  halten ihn für einen alten Intriganten, einen Selbstdarsteller, der sich als Heilsbringer aufspielen und dabei seiner Lebensgefährtin "so nebenbei" zu einem wichtigen Pöstchen verhelfen will. Manche Mitglieder sprechen sogar von früherer Partei-Bonzen-Mentalität, von einem "linken" Erpressungsmanöver, wenn Lafontaine seine mögliche Rückkehr an die Parteispitze an eine bestimmte weibliche Personalie knüpft.

Lafontaines Ambitionen sind  das letzte Aufbäumen eines ausgebrannten Politikers, der einmal mehr zwei Schritte vorprescht, um dann wieder drei Schläge zurückzurudern. Auch innerhalb der Linken wünscht man sich jedoch  Berechenbarkeit, Stetigkeit und Redlichkeit. Attribute, die der Saarländer schon lange nicht mehr verkörpert. Politisch jedenfalls. Bei seiner privaten Liaison mag das ganz anders aussehen.

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