Klartext: 90 Minuten Hölle

Anders Behring Breivik – dieser Name versetzt derzeit ganz Europa in fassungsloses Entsetzen. Der christlich-fundamentalistische Rassist, der für d

Anders Behring Breivik – dieser Name versetzt derzeit ganz Europa in fassungsloses Entsetzen. Der christlich-fundamentalistische Rassist, der für das Massaker auf ein Jugendlager der Sozialdemokraten auf der norwegischen Insel Utøya und das Bomben-Attentat im Osloer Regierungsviertel verantwortlich ist, hat 76 Menschen getötet. Jugendliche und Erwachsene – lebensfrohe Menschen, die ihm nie etwas getan haben, von einem Wahnsinnigen mit perfidem Gedankengut  abgeknallt wie Freiwild.

90 Minuten dauerte das Massaker, bis die Polizei den 32-Jährigen Massenmörder überwältigen konnte. 90 Minuten Hölle für die 14- bis 19-Jährigen, in die sich niemand hineinversetzen kann und mag. Was fühlten die Menschen, die wie in einem Stephen-King-Horror-Ro­man gejagt wurden, ihre Freunde sterben sahen, Todesängste haben ausstehen müssen. Das Mitgefühl Europas gilt den Angehörigen der Menschen, die unschuldig ihr junges Leben lassen mussten.

Nicht zu verstehen sind einige Menschenrechtsorganisationen, die für den 32-Jährigen rechtsradikalen Fanatiker eine größere Zelle fordern. Selbst ein großer Hund bräuchte einen Zwinger von mindestens zwölf Quadratmetern. Breivik hat sieben. Mit der Aussage: "So eine kleine Zelle ist Menschen-Quälerei" haben sich die  Menschenrechtler meiner Meinung nach vollkommen ins Abseits katapultiert.

Natürlich ist es nicht rechtens, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, aber mit einem wahnsinnigen Rassisten habe ich absolut kein Mitleid. Wie viel Leid er über Menschen, die er nicht einmal kannte, gebracht hat, ist unaussprechlich. So lange er nicht gefoltert wird, sollen ihm von mir aus sieben Quadratmeter reichen.

Dass bundesdeutsche Politiker nun diesen schrecklichen Amok-Lauf nehmen, hierzulande wieder von Vorratsdatenspeicherung, Überwachung und mehr Polizei zu sprechen, ist herzlos und ein sehr, sehr schlechter Füller für das Sommerloch.

Sie sollten sich ein Beispiel an Norwegens Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg nehmen, der den Anschläge mit mehr Demokratie und Offenheit begegnen will. "Es ist absolut möglich, eine offene, demokratische und alle Menschen einschließende Gesellschaft zu haben, und gleichzeitig Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen und nicht naiv zu sein", sagte Stoltenberg. Recht hat er. Wenn Norwegen nun beweisen kann, dass man dem Terror auch ohne einen Überwachungsstaat begegnen kann, dann könnte das ein strahlendes Beispiel für die ganze Welt sein.

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