Klartext zu Möchtegern-Machos

Warum dem anderen Geschlecht nicht mal mit Respekt gegenübertreten?

Fulda - Catcalling – das Wort klingt eigentlich harmlos. Es ist allerdings eine Art der verbalen sexuellen Belästigung von Jungen oder Männern gegenüber Mädchen und Frauen, die im günstigsten Fall lästig ist, aber auch wirklich ein Problem sein kann. Wir berichten in einem großen Artikel über das Thema. Ich finde es unerhört, dass weibliche Personen ab der Jugend immer wieder von Möchtegern-Machos mit Worten wie „Hey, Süße“, „Heute schon was vor?“, Hinterherpfeifen oder Kussgeräuschen belästigt werden. Vielleicht meinen diese Typen, sie würden der jeweiligen Frau ein Kompliment machen. Das ist aber ein Irrglaube. Vielleicht würden sie sich geschmeichelt fühlen, wenn eine Frau ihnen mal hinterherpfeifen würde. Denn die Erfahrung zeigt, dass vor allem Männer, die beim anderen Geschlecht eher nicht ankommen, auf solche Mittel zurückgreifen. Warum müssen manche Männer so etwas tun, um eine Frau zu „erobern“? Die Mädchen und Frauen von heute sind zumeist soweit emanzipiert, dass ihnen andere Werte bei der holden Männlichkeit sehr viel wichtiger sind als Macho-Gehabe. Sie haben es nicht nötig, sich mit dummen Anmach-Sprüchen „einfangen“ zu lassen. Ich sehe allerdings eine Schwierigkeit darin, das Catcalling tatsächlich als Vergehen im Strafgesetzbuch aufzunehmen. Es ist oft schwierig, eine solche Situation gerichtsverwertbar zu beweisen. Auch ist die Grenze schwierig zu ziehen. Sagt man der Kollegin irgendwann einmal: „Du siehst aber heute gut aus“ oder „Die Bluse steht dir“? Oder müsste man dann Angst haben, dass es falsch verstanden wird und mit einer Strafe endet? Ich weiß, dieses Beispiel ist etwas extrem gewählt. Echte Bewunderung und reines Anmachen kann man/frau sicherlich gut unterscheiden. Sollte man jedenfalls hoffen. Ich finde es absolut, wenn Jungen oder Männer meinen, Mädchen und Frauen verbal belästigen zu müssen – und das dann wahrscheinlich auch noch für ein Zeichen der Anerkennung sieht. Wir haben andere Möglichkeiten, Frauen unsere Bewunderung zu zeigen. Und vor allem unseren Respekt. Da braucht es kein „Hey, du Schnecke“ oder ähnliches. Ich kann mich an die Achtziger erinnern. „Steiler Zahn“ oder ähnliche Bezeichnungen für das weibliche Geschlecht waren damals noch gang und gäbe, auch in vielen deutschen Filmen aus dieser Zeit kommt das, was heute Catcalling heißt, oft vor. Es war sicherlich auch damals nichts anderes als eine dumme Anmache, aber heute haben sich junge (und ältere) Frauen soweit emanzipiert, sich solch plumpes Imponiergehabe nicht mehr einfach gefallen zu lassen. Wie es strafrechtlich aussehen wird, muss sich zeigen. Gleiches gilt für das „Up-skirting“, also das Fotografieren unter die Röcke. Der Gesetzentwurf, dass so etwas zukünftig eine Straftat ist, ist bereits durch Bundestag und Bundesrat und soll noch dieses Jahr in Kraft treten. Frauen haben das Recht darauf, von uns Männern mit dem selben Respekt behandelt zu werden, wie wir ihn für uns beanspruchen.

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