Klartext: Nadelöhr für Lkw

Wer derzeit auf der B27 zwischen Fulda und Hünfeld oder in der Gegenrichtung unterwegs ist, wird stark gefordert. Lange Baustellen, um die Schlaglöc

Wer derzeit auf der B27 zwischen Fulda und Hünfeld oder in der Gegenrichtung unterwegs ist, wird stark gefordert. Lange Baustellen, um die Schlaglöcher zu beseitigen, enge Spuren und      – um das Maß voll zu machen – zahllose Lastwagen und Sattelschlepper. Als ein Autofahrer, der diese Strecke zweimal täglich zu bewältigen hat, drängt sich der Eindruck auf, dass der Schwerlastverkehr auf der B 27 stetig zunimmt – trotz eines Durchfahrtsverbots für alle Lkw, die nicht Anlieger sind, also die Logistiker, die in der Region ansässig sind oder die Laster, die Waren für die Region liefern.

Aber was sich da tagtäglich über die Bundesstraße zwängt, kann nicht nur Anliegerverkehr sein. Viele Brummipiloten wollen wahrscheinlich die Autobahn-Maut sparen, die Steigungen vermeiden oder einfach nur abkürzen, denn zwischen Fulda und Hünfeld gibt es ja auch noch die Autobahn. Und auf dieser sind die Lkw ganz bestimmt besser aufgehoben!

Wenn ich sehe, dass an der baustellenbedingten Fahrbahnverengung zwischen Hünfeld-Süd und Rückers  Lastwagen im Rasenstreifen neben der Fahrbahn tiefe Spuren hinterlassen haben, das Tempolimit an dieser Stelle nach nur wenigen Tagen von 60 auf 40 Stundenkilometer herabgesetzt wurde und die Außenspiegel sich begegender Lkw nur wenige Milimeter trennen, dann frage ich mich, warum während der Bauzeit an der B27 kein absolutes Lkw-Fahrverbot  ausgesprochen wird. Es würde der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer dienen, wenn das Amt für Straßen- und Verkehrswesen ein solches Verbot auf den Weg brächte. Lkw-Unfälle passieren nämlich auch auf Bundesstraßen – kürzlich erst raste ein Laster gegen einen Brückenpfeiler bei der Abfahrt Steinau – obwohl da nicht ’mal eine Baustelle war.

Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit eines Brummi- oder Autofahrers in der Baustellenspur und es ist passiert. Man kann froh sein, dass schwere Unfälle bisher ausgeblieben sind, doch früher oder später kann es soweit sein. Derzeit zwängt sich ferienbedingt nicht soviel Pkw-Verkehr durch das mehrere Kilometer lange Baustellen-Nadelöhr, doch was wird in einer Woche sein, wenn für viele Ein- und Auspendler wieder der Arbeitsalltag beginnt?

Ich bedauere vor allem die Einwohner der Dörfer an der B27, die tagtäglich mit den Lastwagen im Vorgarten leben müssen. Hier muss etwas getan werden – und da reichen ein paar Kontrollen pro Jahr einfach nicht aus. Polizei und das Bundesamt für Güterverkehr müssten die Durchfahrtserlaubnis von Lkw permanent an der B27 überprüfen, denn schließlich werden durch weniger Lkws nicht nur Anwohner und andere Verkehrsteilnehmer, sondern nicht zuletzt auch unsere Straßen geschont.

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