Klartext: Neues Leben

Fulda aktuell-Redaktionsleiter Bertram Lenz über Veränderungen in der Fuldaer  Unterstadt.

Fulda - Der vergangene Mittwochvormittag war gleich in mehrfacher Hinsicht ein ganz wichtiges Datum, und dies besonders für die Weiterentwicklung der Stadt Fulda. Mit der feierlichen Übergabe des Verwaltungsgebäudes durch den Bauherrn an die „RhönEnergie Fulda-Gruppe“ wurde nämlich nach Grundsteinlegung und Richtfest der dritte wichtige Meilenstein für die Entwicklung des „Löhertor“-Areals gesetzt. Und auch wenn am Mittwoch trotz des sehr zügigen Baufortschritts bei so manchem eine letzte Träne der Wehmut in den Augenwinkeln geschimmert haben mag – das „Löhertor“ ist nun endgültig Historie. Für alle, die vor über 35 Jahren – am 4. April 1984 – bei der Eröffnung mit dabei waren, sind die Proteste im Vorfeld gegen den Bau unvergessen.

Zum anderen aber auch die Erleichterung, als sich vor dem Hintergrund massiver Zahlungsprobleme des ursprünglichen Investors die „Greve“-Gruppe aus Hamburg bereit erklärte, das Projekt zu übernehmen und letztendlich zu realisieren. Damit wurde – sinnbildlich – das Schiff vor dem Sinken gerettet, bevor es überhaupt in See gestochen war. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, hätte eine halbfertige Ruine die Unterstadt geziert. Aus 1983, dem Jahr, als Greve „Ja“ sagte, rührt auch die enge Verbundenheit mit der Barockstadt und damit der Wille, sich Jahrzehnte später erneut mit dem „Löhertor“ zu befassen und als Eigentümer und Investor Bereitschaft zu zeigen, die Sache in die Hand zu nehmen. Ein knappes halbes Jahr hatten die Abrissarbeiten gedauert, gut eineinhalb Jahre die Bauzeit, und entstanden ist auf dem Gelände des einst für Fulda Maßstäbe setzenden Einkaufs- und Freizeitzentrums etwas ähnlich Wegweisendes. Das, was am Mittwoch präsentiert wurde, gibt jedenfalls Anlass, sehr optimistisch in die Zukunft zu schauen. Zumal der Komplex eines der größten Bauvorhaben in der Barockstadt für die kommenden Jahre darstellt.

Zusammen mit den politisch Verantwortlichen und den Stadtplanern hat die „Greve“-Gruppe ein Konzept entwickelt, das greifen wird: Anstatt der zunächst angedachten Einkaufsmall mit bis zu 60 Geschäften ist die neue Zentrale des Energieversorgers der so genannte Ankermieter. Daneben entstehen ein Hotel, ein Bürogebäude und – gerade für Fulda wichtig – Wohnungen. Sentimentalität ist also fehl am Platze. Auch wenn sich am Mittwoch viele daran erinnert haben dürften, wie es war, als das „Löhertor“ einst florierte. Die Zeiten aber, sie ändern sich, und nun gibt es glücklicherweise eine neue Zukunft. Und die nicht nur für die Unterstadt.

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