Klartext: Offene Läden an Heiligabend

Antonia Schmidt kommentiert die Sonderregelung zur Eröffnung von Geschäften an Heiligabend.

Wie jedes Jahr kommt Weihnachten und der Heiligabend völlig überraschend – auch für mich. Mittlerweile habe ich mir ein stressfreies Weihnachtssystem zugelegt. Geschenke werden so gut und früh wie möglich eingekauft. Wenn ich nichts finde, gibt es halt auch nichts. Meiner Familie schenke ich jedes Jahr einen Gutschein zum Essen gehen. So verbringen wir mindestens einmal im Jahr einen Abend gemeinsam und genießen das Familienessen. Der Einkauf wird auch so früh wie möglich erledigt. Als Schülerin habe ich in einem Lebensmittelgeschäft Regale eingeräumt, die Tage vor den Feiertagen waren die Hölle – Knödel und Rotkohl waren die Verkaufsschlager. Genervte Kunden versuchten, noch die letzten Minuten der Öffnungszeiten auszunutzen, um für ihr Weihnachtsmenü einzukaufen. Jetzt habe ich gehört, dass einige Lebensmittelgeschäfte auch an diesem Heiligabend öffnen möchten. Da dieser ein Sonntag ist, hat der Gesetzgeber dafür eine Sonderregelung erlassen: Lebensmittelgeschäfte und Weihnachtsbaumverkäufer dürfen auch an einem Heiligabend, der auf einen Sonntag fällt, öffnen. Den bereits schon gestressten Mitarbeitern der Geschäfte einen weiteren Tag im „Vorweihnachtswahnsinn“ zuzumuten, finde ich nicht gut. Diese haben auch Familien und müssen sicherlich Vorbereitungen für ihre Feste treffen. Daher haben sich die Ketten „Aldi“ und „Rewe“ entschlossen an diesem Heiligabend nicht zu öffnen. „Real“, „Lidl“ und „Kaufland“ haben sich bisher offen gelassen, ob sie an diesem Tag die Türen aufmachen werden. Natürlich steht dort die Frage der Kundenfreundlichkeit im Vordergrund – immerhin bleiben an den Weihnachtsfeiertagen die Läden geschlossen. „Edeka“ lässt die selbstständigen Kaufleute entscheiden, ob sie öffnen möchten.

Am Ende muss jeder Mensch für sich selbst entscheiden, ob er es nötig hat, noch am Heiligabend in die Läden zu spazieren und sich dem Einkaufsstress hinzugeben. Ich habe mir vorgenommen die letzten zwei Monate des Jahres zu genießen und werde am 24. Dezember sicherlich nichts mehr einkaufen müssen. Das stressige Jahr mit einer ruhigen und besinnlichen Zeit ausklingen zu lassen – hoffentlich gelingt mir das auch. Allen Lesern wünsche ich eine ruhige und stressfreie Advents- und Weihnachtszeit und hoffentlich viel Zeit mit den Liebsten.

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