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Klartext: Pikachu oder Ponys?

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Von: Antonia Schmidt

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© Schmidt

Redakteurin Antonia Schmidt schreibt über die Vor- aber auch Nachteile der digitalen Welt.

Kinder und Jugendliche wachsen heute mit dem Smartphone und den modernen, digitalen Möglichkeiten auf. Dies habe ich in meinem Urlaub erschreckend festgestellt, als ich mit meinem Freund und unserer Hündin durch einen Tierpark geschlendert bin. Wir, zwei Erwachsene und ein Hund, den eigentlich nichts außer Essen interessiert, liefen mit großen Augen durch den Park, erlebten die Tierwelt, streichelten Ponys – und sogar unser Vierbeiner erfreute sich an den Schildkröten. Ich fühlte mich wieder wie ein Kind.

An uns vorbei zogen zwei Kinder mit ihren Smartphones. Das ist erstmal nichts Ungewöhnliches doch dann hörten wir, wie sich die beiden darüber unterhielten, wie sie das nächste „Pokémon“ fangen könnten – wir waren verwundert. Denn die Kinder jagten offensichtlich lieber digitale Wesen, als sich an den echten Tieren zu erfreuen. Zugegeben, das Mädchen zögerte kurz, als uns Ponys umkreisten, um an unserer Hündin zu schnuppern. Entschied sich dann aber dennoch dafür lieber die Jagd nach Pikachu und Co fortzusetzen. Die digitale Welt hat sie gefangen. Ich möchte den Fortschritt nicht verteufeln, dennoch bin ich froh, dass ich in einer Welt ohne Handys, Internet und ständigen Computer-Konsum aufgewachsen bin. Aber ich gebe auch zu, dass ich zu meinen Oberstufenzeiten das Internet, insbesondere „YouTube“, zum Lernen genutzt habe. Hilfreiche Videos und Tutorials brachten mir beispielsweise das Thema Funktionsanalyse etwas näher. Was ich in der Schule nicht verstanden hatte, schaute ich mir auf „YouTube“ einfach nochmal an. Dieses Vorgehen rettete mich häufig vor (noch) schlechteren Mathenoten.

Der Rat für Kulturelle Bildung veröffentliche jetzt eine Studie, dass 86 Prozent der 12- bis 19-Jährigen die Plattform ebenfalls nutzen. Viele davon, um zu lernen. Für mich eine sinnige Sache. Die auch von Lehrern und dem Bildungssystem aufgegriffen werden sollte. Schülern sollte beigebracht werden, wie sie richtig auf diesen Plattformen agieren und wie sie ein gutes Video von einem schlechten unterscheiden können. Das „YouTube“ längst zu einem Meinungsmacher geworden ist, zeigt auch der Aufschrei über den „YouTuber“ Rezo, der mit einem seiner Videos ein Beben in der CDU auslöste. Der Fortschritt und die Digitalisierung haben ihre Vorteile, doch manchmal darf das Smartphone stecken bleiben. Die reale Welt hat ebenfalls viel zu bieten – manchmal sogar süße Ponys ;-).

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