Klartext: Positive Gedanken zum Schuljahresstart

Redakteur Christopher Göbel schreibt über den Schulbeginn nach den Sommerferien in Hessen.

Nach vielen Monaten ohne geregelten Schulalltag wird am Montag bei tausenden Schülerinnen und Schülern in Osthessen wieder ein wenig Normalität einkehren. Zumindest soweit das unter Corona-Bedingungen möglich ist. Das Hessische Kultusministerium hat die Schulen in den Sommerferien informiert, wie es weitergeht. Für Kultusminister Alexander Lorz hat eines Vorrang: Die Abdeckung der Stundentafel. Das heißt also, dass alle Schulen in Hessen wieder zum normalen Vor-corona-Unterricht zurückkehren. Alle Klassenräume werden genutzt, alle Fächer unterrichtet, die Maximalzahl von 15 Personen muss nicht mehr eingehalten werden.

Positiv daran ist, dass unsere Kinder und Jugendlichen wieder einen geregelten Tagesablauf haben werden, wieder soziale Kontakte knüpfen können und vor allem wieder normal lernen können. Niemand kann wissen, wie sich die Lage in den Tagen und Wochen nach der Schulöffnung darstellen wird. In Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern sind komplette Schulen wegen Corona-Fällen gleich wieder dicht gemacht worden. Es gibt Experten, die sagen, dass das übertrieben sei.

Aber wenn man sich anschaut, was wir alle seit Mitte März mitgemacht haben und welche Auswirkung das auf unser aller Leben gehabt hat, dann stelle ich mir dennoch die Frage, ob diese komplette Öffnung aller Schulen, Kindergärten und Horte wirklich die beste Lösung ist. Denn es ist ja nicht nur der Aufenthalt innerhalb des Schulgebäudes, bei dem tausende Kinder aufeinandertreffen, sondern es gehört beispielsweise auch der Schulweg dazu. Wenn ich mir die Busse vor Schulbeginn und am Schulende anschaue, dann sind da Abstandsregeln auf keinen Fall einzuhalten. Und ich glaube, dass auch Busfahrer nicht die Aufgabe haben, darauf zu achten, ob alle Insassen ihren Mundschutz korrekt aufhaben. Man muss ja nur in einen Supermarkt gehen und sieht einige Erwachsene, die immer noch meinen, dass ihre Nase nicht unter der Maske sein müsste. Ich kann nur hoffen, dass unsere Kinder das besser wissen.

Ich bin gespannt, wie unsere Kinder (und die Lehrkräfte) nach fast sechs Monaten den normalen Schulbetrieb meistern werden. Ich bin aber zuversichtlich, dass es gut ist, wenn wieder sozialer Kontakt stattfindet und unsere Kinder miteinander reden anstatt zu simsen oder zu whatsappen. Die soziale Isolation, die auch die wenigen Präsenztage im Unterricht vor den Sommerferien nicht wettmachen konnten, hat unseren Kindern geschadet. Auch wenn die Gefahr weiterer Neu-Infektionen durch die Öffnung der Schulen größer wird, versuche ich, positiv in die Zukunft zu schauen.

Irgendwann wird wieder Normalität in allen Bereichen des Lebens einkehren. Und in einigen Jahrzehnten werden wir (oder unsere Nachfahren) vom „Corona-Jahr 2020“ sprechen. So wie wir heute von der „Spanischen Grippe“.

Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern sowie Kindergartenkindern einen guten Start nach den Sommerferien. Bleibt gesund!

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