Klartext: Raus, nur raus!

Klartext zur Wahl in Coronazeiten.
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Klartext zur Wahl in Coronazeiten.

Ein Kommentar von Bertram Lenz zum Wahlkampf in Coronazeiten.

In diesen, von der Pandemie so sehr geprägten Zeiten, fällt es schwer, allwöchentlich in der Kolumne über anderes zu schreiben als über . . . Corona. Das ist mitunter schade, denn dadurch besteht die Gefahr, dass Sachverhalten weniger die Bedeutung beigemessen wird, die sie verdienen. Beginnen wir vielleicht bei der Kommunalwahl, die auf den 14. März festgesetzt worden ist, zusammen – unter anderem – mit der Entscheidung, wer Fuldas Oberbürgermeister bleibt beziehungsweise sein wird.

Ein Wahlkampf, wie er uns aus vergangenen Jahren vertraut geworden ist, findet wegen des Virus nicht statt, und so buhlen die Kandidaten jedweder Couleur entweder verstärkt auf Plakaten und mit Flyern oder in den „Sozialen Medien“ um Aufmerksamkeit. „Facebook“ beispielsweise ist seit einigen Tagen voll mit den Konterfeis von Frauen und Männern beziehungsweise den Wahlprogrammen der Parteien. Wen das Ganze zu sehr nervt, der kann im rechten oberen Eck auf die berühmten drei Punkte klicken und die Wahlwerbung vorübergehend ausschalten. Und sie ward nicht mehr gesehen...

Ich hege die Hoffnung, dass nicht zuletzt aufgrund des breiten Informationsflusses die Beteiligung an der kommunalen Briefwahl in diesem Jahr recht hoch sein wird. Und auch die OB-Wahl hätte es verdient, auf großes Interesse zu stoßen. Denn immerhin stehen mit dem CDU-Mann, Amtsinhaber Dr. Heiko Wingenfeld, und SPD-Herausforderer Jonathan Wulff zwei Kandidaten bereit.

Vor sechs Jahren übrigens lag die Beteiligung am Urnengang bei 33,3 Prozent, 2009 bei 25,6 und 2003 bei 36,4 Prozent. Nur das Jahr 1998 stellte mit 59,8 Prozent einen gehörigen Ausrutscher nach oben dar: Positiv daran schuld war sicherlich der wahrhaft fulminante Wahlkampf, den sich der spätere OB Dr. Alois Rhiel von der CDU mit Professor Dr. Joseph Dehler lieferte. Den unterstützte damals das Bündnis „Gemeinsam für ein starkes Fulda“, getragen von SPD, Grünen, CWE und FDP. Vergangene Zeiten halt.

Ungewöhnliche Wahlkampfwege in ungewöhnlichen Zeiten geht – im besten Wortsinne – OB Wingenfeld: Der ist noch an den kommenden sechs Samstagen zu Fuß in den Stadtteilen unterwegs, um zu sehen, wo der „Schuh drückt“ und was bewegt werden muss. Bürger, die etwas auf dem Herzen haben, können online oder auch über die „Sozialen Netzwerke“ zu ihm Kontakt aufnehmen.

Irgendwie fühlte ich mich in Kenntnis der Wingenfeldschen Erkundigungen an Theodor Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ erinnert. Der Fuldaer OB indes liegt voll im Trend, denn wie konstatiert doch Gerhard Fitzthum, Autor bei „Welt Online“, nach einer dreitägigen Tour durch die Rhön? „Wer zu Hause sitzt und dort auf die Verbesserung seines Gemütszustands wartet, kann lange warten“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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