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Klartext: Die Retter

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Von: Bertram Lenz

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"Fulda aktuell"-Redaktionsleiter Bertram Lenz schreibt über die Helden des Alltags.

Es gibt sie, die zumeist stillen Helden des Alltags, die immer dann zur Stelle sind, wenn es brenzlig wird. Beispielsweise dann, wenn es brennt oder uns Wassermassen bedrohen. So auch in den vergangenen Wochen, als Rettungskräfte – an der Spitze Feuerwehren – den vielerorts Bedrängten zu Hilfe eilten. Besonders in den Kreisen Fulda und Vogelsberg hatte heftiger Regen Situationen heraufbeschworen, die einer Katastrophe gleichkamen. Da erst wurde einem wieder der Wert von Rettungsdiensten so richtig bewusst, die – anstatt im Kreise der Familie den Muttertag zu feiern – ausrückten, um Leben, Hab und Gut anderer in Sicherheit zu bringen. Alleine im Vogelsbergkreis waren es 695 Aktive! Über Gemeinschaft fördernde Maßnahmen wie dem „Roten Sommer“ des „DRK Fulda“ und des „Deutschen Feuerwehrmuseums“ oder auch der dreitägigen Leistungsschau „RETTmobil“ darf freilich nicht vergessen werden, dass Feuerwehrleute in Städten und Gemeinden mit weniger als 100.000 Einwohnern freiwillig unterwegs sind.

Gerade aber in ländlich strukturierten Regionen gibt es seit geraumer Zeit die Sorge, dass Stadt- oder Ortsteilwehren wegen mangelnden Nachwuchses in ihrer Existenz gefährdet sind, sich auflösen oder mit benachbarten Wehren zusammenschließen müssen. Auch sorgt der demographische Wandel dafür, dass bei den Freiwilligen Feuerwehren, die in Deutschland eine lange Tradition besitzen, immer weniger Menschen mitmachen. Hinzu kommt ein teils überbordendes Maß an Vorschriften und Bürokratie und das nicht zu leugnende Gefühl, dass der ehrenamtliche Dienst oftmals viel zu wenig unterstützt beziehungsweise honoriert wird. Möglichkeiten dazu gäbe es viele, wie beispielsweise eine Anrechnung auf die Rente, eine Art der Zusatzversorgung oder auch eine Berücksichtigung bei den Steuern. Viele Städte und Gemeinden, glücklicherweise nicht in den Kreisen Fulda und Vogelsberg, aber sehen die Feuerwehr immer nur als reine Kostenträger und sind sich dabei ihrer kommunalen Pflichtaufgabe nicht bewusst. Wohl keiner der Aktiven aber ist einst in die Wehr eingetreten, um auf Händen getragen zu werden oder sich die üblichen Festtagsreden anzuhören. Vielmehr geht es um das bekannte Motto „Retten - Löschen - Bergen - Schützen“. Und was folgt daraus? Einfach dem Ehrenamt entsprechende Anreize schaffen und dem Feuerwehrdienst den Rücken stärken – dann sollte es auch möglich sein, sich der Nachwuchssorgen zu entledigen. Im Übrigen haben die schlimmen Ereignisse der jüngsten Zeit gezeigt, wie sehr das Wirken der Rettungskräfte als Vorbild dient: Denn an vielen Orten packten die Nachbarn tatkräftig mit an, um Betroffenen zu helfen und die Aktiven bei ihrem Einsatz zu unterstützen.

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