Klartext: Scheinsicherheit

Antonia Schmidt schreibt über Sinn und Unsinn der Anti-Terror-Poller vor den Weihnachtsmärkten.

Waren Sie bereits auf dem (Fuldaer) Weihnachtsmarkt? Wie haben Sie sich gefühlt? Sind Ihnen die Betonklötze vor dem Eingang am Universitätsplatz aufgefallen? Diese Klötze sollen nicht nur in Fulda für Sicherheit sorgen, sondern werden auch deutschlandweit zum Schutz vor (Terror-)Angriffen mit Fahrzeugen eingesetzt. Hört sich erstmal nicht schlecht an. In Fulda wurden diese sehr hässlichen Klötze mit Fahnen dekoriert.

Kaum sind die Weihnachtsmärkte in Deutschland gestartet, gibt es erste Kritik an dem „Sicherheitssystem“. Natürlich sind Betonklötze mit einem Gewicht von einer Tonne ein kleines Hindernis für Autos aber wenn ein Täter mit einem Lkw in diese Klötze rast, verhindern diese nicht das Eindringen in den Markt, sondern werden sogar noch zum Geschoss. Wo ist also der Sinn? Ein Sicherheitsexperte war sich sicher, dass diese Betonklötze nur mit einer Verankerung in den Boden Sinn machen würden oder zumindest miteinander verbunden werden sollten. Wird uns also eine Scheinsicherheit vorgegaukelt? Egal, ob mit oder ohne Betonklötze – ein komisches Gefühl bleibt.

Doch muss ich zugeben, dass ich nicht erst, seitdem der Begriff ISIS in allen Köpfen verankert ist, ein komisches Gefühl im Fuldaer (Nacht-)leben habe. Wir leben nicht mehr auf der Insel der Glückseligen. Schon länger fühle ich mich in Fulda nicht mehr sicher und bin abends deutlich vorsichtiger geworden, als noch vor einigen Jahren. Darüber hat „Fulda aktuell“ bereits berichtet. Trotzdem lasse ich mir die Freude am Ausgehen nicht vermiesen. Auch, wenn manchmal ein mulmiges Gefühl bleibt.

Für mich macht es also keinen Unterschied mehr, ob diese Betonklötze am Eingang des Weihnachtsmarktes stehen oder nicht. Natürlich bin ich mir der Bedrohung sicher. Dennoch möchte ich mir den Spaß nicht verderben lassen einen heißen Glühwein mit Freunden zu trinken und die Weihnachtszeit zu genießen.

Der Terror hat in Deutschland Einzug gehalten, dass lässt sich nicht mit Fahnen wegdekorieren. Gerade deshalb sollten wir zeigen, dass wir uns nicht von anderen bedrohen und einschränken lassen. Dazu gehört für mich auch der Weihnachtsmarktbesuch und das Feiern kultureller Ereignisse.

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