Klartext: Schon wieder höheres Porto?

Konfirmationskarten mit mindestens 90 Euro Bargeld wurden aus einem Briefkasten in Eschwege gestohlen. Foto: Horn
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Konfirmationskarten mit mindestens 90 Euro Bargeld wurden aus einem Briefkasten in Eschwege gestohlen. Foto: Horn

Jennifer Sippel schreibt über die angekündigte Erhöhung des Briefportos der Deutschen Post.

Wie oft will die Deutsche Post eigentlich noch ihr Porto erhöhen? Für Verbraucher ist es ärgerlich: Gerade erst haben sich viele mit neuen 62-Cent-Briefmarken eingedeckt, da scheinen diese schon wieder überholt zu sein. Vieles deutet darauf hin, dass die Deutsche Post das vierte Jahr in Folge das Porto anheben wird – nach den Minimalsteigerungen der Vorjahre jetzt um happige acht Cent. Wir sollen dann also 70 Cent für einen "stinknormalen", einen Standard-Brief, bezahlen.

Im Jahr 2002 waren es übrigens noch 56 Cent. Wo soll denn das noch hinführen? Bis Ende 2018 soll der Preis für das Porto stabil bleiben. Und danach? Müssen wir irgendwann einen Euro oder mehr herausrücken, um Oma und Opa einen Brief zu schreiben? Und alles nur, weil die Post sagt, dass es ihr aufgrund der Konkurrenz durch E-Mails, SMS und "WhatsApp" immer schwerer fällt, eine flächendeckende Briefversorgung aufrecht zu erhalten – so, wie wir es nun hautnah in einigen Teilen unsere Region zu spüren bekommen.

Das Problem ist, dass die Post durch diese satten Preiserhöhungen sicher nicht dazu beiträgt, dass die Kunden voller Freude Briefe verschicken. Eher würden sie dann wohl doch nur eine E-Mail verschicken und gegebenenfalls Dokumente einscannen.Auf der einen Seite ist es sicher richtig, dass die Post Schwierigkeiten hat, weil immer weniger Menschen Briefe schreiben. Aber auf der anderen Seite: Die Post profitiert doch auch vom Online-Handel. Die Kunden bestellen und die Post liefert aus. Letztlich schadet die Post ihrem Image.

Die Kunden ärgern sich selbstverständlich, wenn sie sich jedes Jahr fragen müssen, was ein Standard-Brief kostet, wenn sie Zusatzmarken kaufen müssen, um die alten Marken nutzen zu können. Ich selbst überlege auch jetzt schon zweimal, ob ich unbedingt einen Brief schreiben muss, oder Unterlagen an Ämter oder ähnliches vielleicht doch digital übermitteln kann. Die Post selbst spielt die Größenordnung der geplanten Portoanpassung herunter: Mit 70 Cent läge der Preis für den Standard-Brief in Deutschland immer noch im europäischen Vergleich im Mittelfeld. Mit dieser Haltung, liebe Leute in Gelb, werdet Ihr euch bei euren Kunden nicht beliebt machen.

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