Klartext: „Squid Game“ ist zwar erfolgreich aber gefährlich!

Die Streamingserie „Squid Game“ bietet einen Reigen brutaler, blutiger Szenen - und doch schauen auch in Deutschland schon viele jüngere Kinder zu.
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Die Streamingserie „Squid Game“ bietet einen Reigen brutaler, blutiger Szenen - und doch schauen auch in Deutschland schon viele jüngere Kinder zu.

Ein Klartext von Redaktionsvolontärin Martina Lewinski.

Sie ist blutrünstig und brutal – und extrem erfolgreich: Die südkoreanische „Netflix“-Serie „Squid Game“ zieht derzeit global die Massen in ihren Bann. Das Erschreckende: Auch auf deutschen Schulhöfen und in Kindertagesstätten werden die Szenen der Serie von Kindern aufgegriffen und nachgespielt.

Ein Grund für den Erfolg ist die Geschichte, die die Serie erzählt: Hochverschuldete Menschen willigen ein, in einer hochdotierten Spieleshow zu kämpfen, um sich aus der Schuldenfalle zu befreien. Doch sie ahnen nicht, dass sie auf eine Insel entführt werden, um an tödlichen Nachahmungen von Kinderspielen teilzunehmen. Experten erklären sich den Erfolg des Überlebensdramas auch als Ausdruck der Frustration in der südkoreanischen Gesellschaft über die düsteren wirtschaftlichen Bedingungen. Und auch in Deutschland kommt die Serie gut an.

Aber warum spielen diese schrecklichen Szenen nun Kinder auf Schulhöfen und in Kitas nach?

„Netflix“ setzte die Altersbeschränkung der Serie auf 16 Jahre. Das so manch ein Jugendlicher weiß, wie er den „Netflix“-Account der Eltern austricksen kann, ist wohl dem ein oder anderen bewusst. Doch ich frage mich, wie Kinder einer Kindertagesstätte dazu kommen, so eine düstere Serie zu schauen? Und was denken sich die Eltern dabei, die ihre Kinder einfach mitschauen lassen? Für mich unbegreiflich.

Auch Psychotherapeutin Katajun Lindenberg von der „Goethe-Universität Frankfurt“ sagt laut der „Nachrichtenagentur dpa“, dass die vielen Gewaltszenen für Kinder eine sehr hohe psychische Belastung darstellen, da sie das Gesehene noch nicht richtig verarbeiten könnten. Es bestehe die Gefahr, dass sich die Gewaltbereitschaft bei Kindern erhöhe, wenn sie Gewalt derartig vorgelebt bekämen. Die Gesellschaftskritik von „Squid Game“ könnten Kinder noch nicht erfassen.

Die Medienwissenschaftler beim „Internationalen Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen“ in München haben festgestellt, dass die meisten Eltern die FSK-Einstufung als freundliche Empfehlung unterschätzen und ihre Kinder dennoch Filme für Erwachsene schauen lassen. Was dabei heraus kommt, sehen wir aktuell in den Kindertagesstätten und Schulen: Kinder, die sich gegenseitig Ohr feigen und sich den Tod wünschen – eine schreckliche Vorstellung. „Squid Game“ mag wohl die „Netflix“-Serie mit dem erfolgreichsten Startzahlen zu sein, allerdings ist sie wirklich nichts für Kinder. Auch das Thüringer Bildungsministerium warnt Eltern aktuell vor dieser Serie. Da schadet es nicht, sich einmal mehr dafür zu interessieren und zu hinterfragen was seine Kinder da eigendlich gerade auf Streamingplattformen schauen.

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