In Zeiten der Pandemie

Klartext über aktuelle Verwirrung

Klartext von Redaktionsleiter Bertram Lenz.
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Klartext von Redaktionsleiter Bertram Lenz.

Klartext von Redaktionsleiter Bertram Lenz.

Der Blick aus dem Fenster offenbarte am Dienstagmorgen gar Erschreckendes: Dichte weiße Flocken, gepaart mit glatten Straßen. Kein Hauch mehr vom Frühling, der sich eigentlich mit Macht hätte weiter breit machen sollen. Und die Erkenntnis, dass man sich auf nichts verlassen kann – auch wenn ein altes Sprichwort aus dem Elsass sagt, dass der April noch so freundlich sein kann, „so hat er doch seinen Graupelhut“. . .

Das Stichwort „Sich verlassen können“ passt im Übrigen recht gut in diese Zeit, in der so Vieles ins Wanken geraten ist und permament hinterfragt werden muss. Die Pandemie, die uns jetzt schon seit über einem Jahr zusetzt, hat bei jedem Einzelnen von uns auf die unterschiedlichste Art und Weise Spuren hinterlassen. Was auch daran liegt, dass die Unsicherheit sehr groß ist und wir uns bemühen müssen, aus dem bunten Strauß an Vorschlägen, Geboten und Verhaltensmaßregeln das heraus zu filtern, von dem wir überzeugt sein, dass es das Richtige ist. Das vornehmliche Problem liegt meiner Meinung nach darin, dass – ich muss es leider so drastisch formulieren und mich zugleich wiederholen – jeden Tag „eine andere Sau durchs Dorf getrieben wird“.

Nehmen wird das Beispiel des CDU-Vorsitzenden Armin Laschet, der am Ostermontag einen „Brücken-Lockdown“ in die Diskussion einbrachte und sich zudem für ein Vorziehen der „Corona-Elefantenrunde“ aussprach. Wäre das Manöver nicht zu durchschaubar, man hätte über den Vorschlag diskutieren können. So aber blieb der schale (und nicht unbegründete) Verdacht, Laschet wolle sich im Kampf um die unionsinterne Kanzlerkandidatur gegenüber Markus Söder von der CSU profilieren und bei der Bundeskanzlerin lieb Kind machen. Die Idee kam viel zu unausgoren daher, mit heißer Nadel gestrickt und obendrein unrealistisch angesichts des immer noch arg schleppenden Bestrebens, die Bürger durchzuimpfen.

Auch dies ist seit Langem ein leidiges Thema, das für viel Verwirrung und Verunsicherung sorgt: Welcher Impfstoff ist denn jetzt ungefährlich und kann bedenkenlos gespritzt werden? Verträgt sich die Kombination aus zwei unterschiedlichen Stoffen? Wie lange bin ich nach einer Impfung eigentlich safe? Ist „Sputnik“ aus Russland zu trauen? Und so weiter und so fort – Fragen über Fragen, auf die es (bislang) größtenteils noch keine überzeugenden Antworten gibt.

Dies alles führt, untermalt durch die verschiedenen Statements der unterschiedlichsten wissenschaftlichen Experten, Politiker und Dauergästen in Talkshows, dazu, dass sich jeder das herauspickt, was er für sich am zutreffendsten hält. Dies wiederum mündet dann nicht selten in ein abstruses Sammelsurium von Meinungen, bei dem niemand mehr so recht den Durchblick besitzt. Daher hoffe ich, dass Angela Merkel ihre Ankündigung wahrmacht und dem Bund durch eine Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes mehr Macht gegenüber den Ländern verschafft. Der Flickenteppich bei Bekämpfung der Pandemie muss endlich beendet werden. Jetzt!

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