Klartext über das Autorennen auf der A66

Wieder mal kam eine unschuldige Person ums Leben.

Fulda - Und wieder ist es zu einem tödlichen Unfall durch „Raser“ gekommen. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer in den Medien und löste bei mir ein Gefühl der Übelkeit aus. Drei Männer waren mit ihren Sportwagen, im dichten Nachmittagsverkehr, auf der A66 unterwegs.

Auf Amateurvideos ist zu sehen, wie ein weißer Lamborghini nach rechts zieht und an den anderen Autos vorbei rast. Die nächsten Bilder, die man sehen kann, sind zwei Autos: ein ausgebrannter Skoda, in dem mutmaßlich eine 71 Jahre alten Frau ums Leben kam, und der Lamborghini eines 29-Jährigen, der in eine Leitplanke gerast war. Der Mann kam mit leichten Verletzungen davon. Er und auch ein 26 Jahre alter Porsche-Fahrer aus Nordrhein-Westfalen befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Nach dem dritten Täter wird gefahndet.

Zurück bleibt Fassungslosigkeit. Ich kann nicht begreifen, wie Menschen so fahrlässig handeln und ihrem Leichtsinn derart viel Macht geben können. Die Macht zu bestimmen ob heute jemand stirbt. Ob einer Familie eine Mutter, eine Ehefrau oder eine gute Freundin genommen wird. Für mich stellt sich hier nicht die Frage, für wie lange diese Männer eingesperrt werden müssen. Wem das Leben eines anderen Menschen so wenig bedeutet, der gehört lebenslänglich hinter Gitter.

Diese „rasenden Mörder“ schaffen es, dass Menschen sich bei dem Gedanken, sich hinter das Steuer zu setzen unwohl fühlen, „denn es kann ja immer etwas passieren“. So ist man froh, wenn man unbeschadet am Zielort angekommen ist und keine „Verrückten“ auf der Straße getroffen hat. Deshalb sollte die Strafe für so eine Tat abschrecken. Keiner sollte so leichtsinnig sein dürfen, sein eigenes Adrenalinbedürfnis über das Leben anderer zu stellen. 2017 verurteilten Berliner Richter erstmals einen Teilnehmer eines illegalen Autorennens zu lebenslanger Haft. Seitdem ist klar: Rasen mit tödlichem Ausgang kann und sollte auch als Mord geahndet werden.

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