Klartext: Verrückte Welt

Die Welt versinkt in Plastikmüll: Redakteurin Antonia Schmidt beschäftigt sich mit dem Konsumverhalten der Menschen.

Für mich ist es immer wieder erschreckend, wie viel Plastikmüll ich binnen einer Woche produziere. Im Alltag fällt die Menge an Plastik, die man im Haushalt hat und wieder wegwirft gar nicht so auf. Doch wenn man dann den Müll in die gelbe Tonne gibt, merkt man was sich da angesammelt hat – erschreckend. Immer wieder nehme ich mir vor bewusster einzukaufen und lieber unverpackte Lebensmittel in den Einkaufskorb zu legen, als vorverpackte. Das ist aber gar nicht so einfach. Von Lebensmittelgeschäft zu Lebensmittelgeschäft ist das Angebot an unverpacktem Obst und Gemüse unterschiedlich. Häufig ist es dann auch noch teurer, was nicht schön für den Geldbeutel ist. Der richtige Weg für mehr Umweltbewusstsein der Verbraucher ist dies definitiv nicht.

Geschockt war ich, als ich an der Kasse eines Supermarktes stand und eine Frau Erdbeer- und Beerenschalen, die bereits in Plastik eingepackt waren, nochmal in Plastiktüten gepackt hat. Drei „Päckchen“ Plastik hatte sie dadurch gepackt – geht’s noch? An einer anderen Kasse konnte ich einen Mann beobachten, der eine Packung Mehl in eine Plastiktüte von der Obstabteilung packte. Und nein, die Packung war nicht kaputt.

Also frage ich mich wirklich: Wieso diese Verschwendung? Ich war geschockt von dem Verhalten der Menschen. Der immer wachsende Berg an Plastikmüll ist ein Problem, das uns alle etwas angeht. Erschreckend ist auch, dass der Plastikmüll bereits in der tiefsten Stelle des Weltmeeres , in rund 11.000 Meter Tiefe, gefunden wurde, denn Forscher fanden kürzlich im Marianengraben eine Plastiktüte.

Für uns alle sollte Umweltschutz ein wichtiges, stets präsentes Thema sein. Warum müssen Menschen Bananen oder anderes Obst und Gemüse mit Schale in eine Plastiktüte packen? Oder noch schlimmer: Es gibt Supermärkte in denen geschälte Mandarinen in Plastikboxen angeboten werden. Wer kauft so was? Und warum muss so etwas angeboten werden?

Ich finde die Idee der Unverpackt-Läden toll. Leider gibt es in Fulda keinen dieser Sorte – noch nicht. Dann würden auch die unzähligen „Tupperschüsseln“ in meinen Schränken endlich voll zum Einsatz kommen. Auch die Idee, Fleisch- und Wurstwaren an der Fleischtheke in die eigenen Dosen verpacken zu lassen, finde ich großartig. Leider machen bei vielen Metzgern die Hygienevorschriften einen Strich durch die Rechnung.

Doch Umweltschutz muss nicht aufwendig sein. Man kann bereits damit beginnen, sein bereits verpacktes Obst nicht noch extra in eine Plastiktüte zu packen und vielleicht das ein oder andere Mal auf die Verpackung verzichten und lose Ware kaufen. Das wäre zumindest ein Anfang.

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