Klartext: Welle der Hilfsbereitschaft

Das Hochwasser und die Hilfen aus der Bevölkerung.
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Das Hochwasser und die Hilfen aus der Bevölkerung.

Redakteur Christopher Göbel und seine Gedanken zu den katastrophalen Zuständen in den Hochwassergebieten der Republik.

Die Hochwasser-Katastrophe in Bordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und inzwischen auch in Sachsen und Bayern ist schlimm.

Umso mehr freut es mich, dass sich so viele Menschen auch in unserer Region hilfsbereit zeigen. Auch die Organisationen, die Transporte in die betroffenen Gebiete organisiert haben und noch organisieren), ist von ganzem Herzen zu danken. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es ist, wenn man plötzlich vom dem Nichts steht. Wenn alles, was man sich in Jahren und Jahrzehnten aufgebaut hat, innerhalb weniger Stunden von Wassermassen zerstört wurde.

Auch bei uns gab es bereits Hochwasser-Ereignisse, aber zum Glück nicht in diesem Ausmaß, wie wir es gerade in den Medien sehen. Nicht nur in den Nachrichten, sondern auch auf den Social-Media-Kanälen haben Menschen aus den betroffenen Gebieten online gestellt, wie Autos weggeschwemmt werden. Das finde ich in Ordnung, wenn es diejenigen tun, die direkt betroffen sind.

Was man aber auch mitbekommt, ist der Katastrophentourismus. Ist es wirklich zu verantworten, aus Sensationsgier nach Ahrweiler, Sinzig oder in eines der anderen Katastrophengebiete zu reisen? Aus meiner Sicht: definitiv Nein! Die Straßen und Wege, die befahrbar sind, werden für die Hilfslieferungen und eine zumindest bestmögliche Aufrechterhaltung der Infrastruktur benötigt.

Die Menschen, deren Leben wortwörtlich weggeschwemmt wurde, haben besseres zu tun, als sich mit gaffenden Touristen auseinanderzusetzen. Und die Hilfskräfte haben wahrlich wichtigere Aufgaben, als Platzverweise auszusprechen. Eigentlich müsste der Sensationstourismus ebenso bestraft werden wie inzwischen glücklicherweise das Gaffen, Filmen und Fotografieren im Straßenverkehr.

Aber zurück zu denen, die helfen. Es ist wirklich aller Ehren wert, wenn Menschen Sachspenden für ihre Mitbürger in die Katastrophengebiete schicken oder Geld spenden. Denn wer plötzlich vor dem Nichts steht, ist wirklich auf jede Hilfe angewiesen.

Dass die Bereitschaft zum Helfen in unserem Land so groß ist, freut mich sehr. Und es ist auch ein Zeichen dafür, dass unsere Gesellschaft nicht so schlecht und unsozial geworden ist, wie es Manche beschwören.

Ob es tatsächlich hilfreich ist, wenn Politiker in Gummistiefeln medienbegleitet große Hilfsversprechen machen, sei einmal dahingestellt. Man sagt, dass Gerhard Schröder die Wiederwahl zum Bundeskanzler im Jahr 2002 „in den Fluten“ gewonnen habe. Vielleicht hoffen Laschet unsäglich lachend im Angesicht von Toten, Verletzten und Obdachlosen) und Scholz auf einen ähnlichen Effekt. Aber Wahlkampf in der Katastrophe... Kandidatin Baerbock soll ohne Presse unterwegs gewesen sein.

Ich hoffe, dass die Menschen, die alles verloren haben, wieder ins Leben zurückfinden können. Mein Beileid gilt all denen, die Angehörige und Freunde durch die Katastrophe verloren haben. Und mein Dank an alle, die sich für ihre notleidenden Mitmenschen einsetzen.

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