Klartext: Die Welt im Chaos

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Hans-Peter Ehrensberger über die kriegerischen Aktivitäten auf der Welt.

Dreht man das Radio an, schaltet man den Fernseher ein, geht man über sein Smartphone online oder liest man die Zeitung – so viele schlechte und schreckliche Meldungen wie in diesen Tagen und Wochen, vor allem in dieser Intensität, habe ich noch nie gehört:   Der brutale Ukraine-Konflikt, zuletzt mit dem mutmaßlichen Abschuss eines Passagierflugzeugs mit fast 300 unschuldigen Menschen an Bord. Der Krieg zwischen Israelis und Palästinensern um den Gaza-Streifen mit hunderten zivilen Opfern, vor allem  Kindern.

Der Vormarsch der "ISIS"-Terroristen im Irak, die Kirchen abfackeln, Frauen und Andersgläubige öffentlich steinigen. Der Bürgerkrieg in Syrien, der Millionen vor einem zynischen Diktator innerhalb und außer Landes in die Flucht treibt. Die Entführung von Schulmädchen in Nigeria, die verzweifelte Eltern zum "Facebook"-Posting "bring back our girls" veranlasste. Da laufen die Bombenanschläge in Afghanistan und Pakistan mit täglich Dutzenden Toten lediglich  als "Randnotiz" oder finden überhaupt keine mediale Erwähnung. Die Horrorliste ließe sich beliebig fortsetzen, wurde zuletzt jedoch durch den WM-Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft geschönt.

Doch jetzt hat uns der blutige Alltag wieder eingeholt und ich frage mich, wie tief der Homo Sapiens eigentlich sinken kann, welche Abgründe und grenzenloser Hass sich in den Tiefen einer  menschlichen Seele auftun können (von "herzlosem Handeln" sprechen zu wollen wäre in diesem  Zusammenhang ein hirnloses Verharmlosen und unentschuldbares Kleinreden der Problematik),  warum im (un-)menschlichen Denken und Tun offenbar übermäßig viel Platz für Rache und die Lust am Töten besteht. Ich glaube, man würde Tiere zutiefst beleidigen, wenn man deren instinktgesteuertes Verhalten mit den erwähnten abartigen menschlichen Attributen vergleichen würde.

Ich habe kaum Hoffnung – alle Appelle an die Vernunft, Aufrufe zur Versöhnung, Gebete kirchlicher Würdenträger und Friedensbemühungen internationaler Hilfsorganisation scheinen ungehört zu verhallen beziehungsweise auf unfruchtbaren Boden zu fallen. Und nur auf die Zeit (danach) zu verweisen, die angeblich alle Wunden heilt, ist auch keine Lösung. Hoffnung machen und als positives Bespiel gelten könnte das Schicksal und die jüngere Geschichte unseres eigenen Landes. Nach der Nazi-Herrschaft und spätestens der Wiedervereinigung gelang Deutschland der (gewiss nicht einfache) Übergang in ein von Versöhnung und Freundschaft zu den Nachbarn geprägtes friedliches und freiheitliches Europa unterschiedlicher Ethnien, Kulturen und Religionen.

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