Klartext: Wie wichtig sind Generationsprojekte?

Generationsprojekte in Fulda.
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Generationsprojekte in Fulda.

Ein Klartext von Redationsvolontärin Martina Lewinski.

Man lernt nie wirklich aus. Ist doch so – oder nicht? Bei einem Gespräch zwischen mir und einer guten Freundin fiel uns beiden auf, wie viel wir von unseren Eltern noch lernen können. Einige haben auch noch das Glück, Großeltern zu haben und können auch von ihnen Wissen und Erfahrungen aufsaugen. Aber was ist mit denjenigen, die beispielsweise keine Großeltern mehr haben? Oder auch anders herum: Diejenigen, die keine Enkelkinder haben, denen sie ihr Wissen weitergeben können.

In diesem privaten Gespräch mit meiner Freundin kamen verschiedene Fragen auf: Wie legt man zum Beispiel ein Beet richtig an? Was muss man beim Einpflanzen von Kräutern beachten? Wie geht man richtig mit einer Nähmaschine um? All diese Dinge könnte man gewiss seine Großmutter fragen, wenn man eine hätte. Und aus diesem Grund finde ich Generationsübergreifende Projekte wie von der „AWO“ sehr wertvoll. Verschiedene Altersgruppen, die aufeinander treffen und sich gegenseitig helfen.

Außerdem helfen solche Projekte, die Vereinsamung vieler Menschen zu verhindern, gerade auch jetzt in der Corona-Zeit.

Natürlich könnte man im Zeitalter des Internets auch einfach „Google“ fragen, wie dies und jenes funktioniert. Aber ich finde, es ist immer noch etwas anderes, eine Anleitung aus dem Netz zu lesen oder sich von jemandem mit Herzblut und Leidenschaft etwas zeigen zu lassen.

Als ich vor Kurzem spazieren war, konnte ich durch ein Fenster eines Altenheimes eine Frau sehen. Sie saß alleine mit einer Babypuppe im Arm an einem Tisch. Drei Stunden später als ich zurück zu meinem Auto lief, saß diese Frau genau am selben Platz. Solche Bilder erschüttern mich zutiefst. Und auch diese Situation hat mir aufgezeigt, wie wichtig der Austausch verschiedener Generationen ist. Ich glaube, dass wir gar nicht wissen, wie viele Menschen in diesem Augenblick, wie diese Frau im Altenheim, bei sich zuhause alleine an einem Tisch sitzen. Viele dieser Menschen haben vielleicht keine Angehörigen mehr und sehnen sich nach ein wenig Konversation und Hilfe.

Gerade durch die Isolation in der Corona-Zeit, ist uns doch aufgefallen, wie wichtig zwischenmenschliche Begegnungen sind. Ich finde es wichtig und richtig, dass es Organisationen gibt, die sich für Menschen einsetzen, die sich nicht für sich selbst einsetzen können. Für Menschen, denen der Weg zur Apotheke oder in den nächsten Supermarkt Schwierigkeiten bereitet.

Ich hoffe, dass viele Leute, egal ob Jung oder Alt, sich trauen, sich bei Organisationen wie der „AWO“ zu melden, um gemeinsam unsere Welt mit einbisschen mehr Miteinander statt Gegeneinander, Lebenswerter zu gestalten.

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