Klartext: Der Würfel ist gefallen

Die Absage des Hessentages in Fulda beschäftigt auch Redaktionsleiter Bertram Lenz

Es ist leider nicht viel, was mir an Wissen aus dem „Großen Latinum“ geblieben ist. An einen Merksatz indes kann ich mich noch sehr gut erinnern: „alea iacta est“ „Der Würfel ist gefallen“). Anwenden lässt sich der zum geflügelten Wort avancierte Begriff auf sehr viele Lebenslagen, und er passt vortrefflich zu der Tatsache, dass es in diesem Jahr in Fulda keinen Hessentag geben wird.

Wenn man ehrlich ist, dann muss man eingestehen, dass sich die Entscheidung schon seit Längerem abgezeichnet hatte. Denn obgleich das Landesfest erst Mitte Mai hätte stattfinden sollen, weiß derzeit eigentlich niemand so recht, wie sich die Coronalage weiter entwickelt. Zumal es aktuell der Landkreis Fulda ist, der in Hessen am stärksten vom Virus heimgesucht wird. Deshalb musste ein Votum über Wohl und Wehe des Hessentages jetzt kommen. Eine weitere zeitliche Verzögerung hätte niemandem etwas gebracht, sondern höchstens falsche Hoffnungen geschürt.

Dies besonders bei denjenigen, die zum einen bereits durch die Lockdown-Einschränkungen sehr getroffen sind, und die sich zum anderen gefreut hätten, wieder zahlende) Gäste begrüßen zu dürfen: Einzelhändler, Gastronomen und Hoteliers. Sie müssen einmal mehr Verständnis zeigen, obgleich auch ihnen klar sein dürfte, dass ein Durchführen des Landesfestes schlicht und ergreifend fahrlässig und unverantwortlich gewesen wäre.

Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass das von den Verantwortlichen und den Mitarbeitern der Stadt erarbeitete Konzept sehr durchdacht gewesen ist. Ähnlich übrigens dem für vergangenen Dezember geplanten „Adventszauber“, der ja auch hatte abgesagt werden müssen. Denn die Gesundheit und Sicherheit vieler Menschen stehen obenan, auch wenn der Hessentag ein Synonym ist für Begegnung, Gemeinschaft und für Identifikation. Und der letztendlich dazu beitragen kann, das Image der jeweiligen Stadt, ja einer ganzen Region, maßgeblich zu stärken.

Nun ist es wichtig, trotz der Absage nach vorne zu schauen und den Kopf nicht in den Sand beziehungsweise angesichts der Witterung in den Schnee zu stecken. Denn sehr viele Aufgaben warten nicht nur im Zusammenhang mit der Coronakrise) auf die politisch Handelnden, wobei die Erarbeitung eines Masterplans für die Innenstadt eine davon ist.

Es war gut, den Hessentag komplett abzusagen, denn auch ein Veranstaltungsformat in abgespeckter Form hätte nicht sehr viel gebracht. Sondern eher noch Frust und Enttäuschung gefördert.

Vielleicht tröstet auch das amtierende Hessentagspaar ein ganz klein wenig die Tatsache, dass mit 2026 immerhin schon ein „Ersatzdatum“ feststeht und Investitionen, die schon jetzt sehr sinnvoll eingesetzt wurden, dank der Vereinbarung mit dem Land Hessen erhalten bleiben. Und dass die Zusicherung gegeben wurde, sich im Falle eines möglichen Defizits an den mit der Absage verbundenen Kosten der Stadt zu beteiligen. Hierzu stellt das Land bis zu zwei Millionen Euro bereit.

Freuen wir uns also zunächst auf 2023, wenn Fulda die Landesgartenschau durchführt. Die dann eine Generalprobe für den Hessentag in 2026 sein wird!

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