Der Wunsch nach Normalität

Ein Klartext von Redaktionsvolontärin Martina Lewinski zum Ansturm auf die Wintergebiete in der Region.

Menschenmassen und Verkehrschaos – so sahen die Tage rund um den Jahreswechsel in beliebten Rodel- und Skigebieten wie im Vogelsberg und der Rhön aus. Man kann sie ja verstehen, die Menschen, die sich nach Normalität, Natur und Schnee sehnen. Viele Eltern wollen ihrem Nachwuchs wenigstens einen Hauch Freude und Kindheitserinnerungen bieten. Doch das läuft leider aus dem Ruder: Straßen werden versperrt, es wird wahllos auf privaten Grundstücken geparkt und von Abstandsregeln ist auch weit und breit keine Spur.

Seit Tagen appellieren daher Landräte und Bürgermeister auch in unserer Region an die Vernunft der Menschen. Nach und nach müssen beliebte Wintersportgebiete gesperrt und der Verkehr von der Polizei geregelt werden.

Schon zu Beginn des ersten „Lockdowns“ prallten bei der Bitte des „Zuhausebleibens“ zwei Welten aufeinander. Die Welt derjenigen, die sich gut mit der neuen Situation arrangieren konnten, den Lockdown gar als Chance oder wunderbare Auszeit auffassten. Und die Welt derjenigen, die mit dem Daheimbleiben gar nicht klar kamen – und schlimmstenfalls an der neuen Situation zerbrachen. Viele Familien stellten sich die Frage: Was tun, wenn die Schule wochenlang geschlossen ist? Wenn die Kinder allmählich durchdrehen, weil sie weder mit Freunden spielen dürfen, noch in ihren Sportverein zurückkehren können. Wenn die „tausendste“ Runde spazieren gehen im eigenen Viertel langweilig wird und es auch schon mit dem Ehepartner kriselt. So scheint die einzige Aussicht auf ein bisschen Spaß die verschneiten Piste zu sein.

Nur leider sind die Gebiete diesem Ansturm nicht gewachsen, und die Regeln, die zum Schutz aller beitragen sollen, können durch die Menschenmassen nicht eingehalten werden. So bleibt den verschiedenen Gebieten wohl doch nichts anderes übrig, als Absperrungen und Verbote auszusprechen. Wir sollten der „tausendsten“ Runde in der eigenen Ortschaft doch noch mal eine Chance geben. Vielleicht entdeckt man Dinge, auf die man vorher nie geachtet hat. Es gab bessere Zeiten, und ich glaube daran, dass es auch wieder bessere geben wird. Doch nun müssen wir unseren Verstand einsetzen und das Beste aus der aktuellen Lage machen.

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